Sydney
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Nach vier erholsamen Tagen am Meer, bringen wir das Wohnmobil in einen Storage außerhalb von Sydney. Hier verbleibt es die nächsten drei Monate bis wir den Teil II unserer Australienreise antreten. Mit einem am Vortag geliehenen Mietwagen fahren wir nach der Abgabe des Wohnmobils nach Sydney und beginnen noch am Montag Nachmittag mit der Erkundung der Stadt. Sydney stellt sich als die für uns schönste Stadt Australiens heraus. Weltoffen und wunderschön am Meer gelegen präsentiert sich die Metropole als modern und sauber. Die zahlreichen Hafenanlagen wurden saniert und an den Quays moderne Arbeitsplätze angesiedelt sowie teure Wohnungen und Fünf-Sterne-Hotels gebaut. Es gibt unglaublich viele Restaurants, Cafes und Bistros entlang der ehemaligen Schiffsanlegestellen.

Darling Harbour

Darling Harbour erreichen wir zu Fuß von unserem sehr zentral liegenden Hotel. Es liegt östlich des Stadtzentrums beidseitig der Cockle Bay, d.h. von der China Town im Süden bis zur Anlegestelle King Street Wharf im Westen. Wolkenkratzer mit Büros und Hotels, Luxusjachten, Bars und Restaurants bestimmen das Bild eines aufgeräumten sonnigen Hafens. Schwer vorstellbar, dass hier wie auch in den Walsh Bay Wharfs bis vor einigen Jahren alte Hafenanlagen und Lagerhäuser das Erscheinungsbild bestimmten. Anlegestellen für Ausflugsboote sowie Fähren nach Circular Quai beleben die Hafenzone.

Chinese Garden

Der Chinese Garden of Friendship ist am nächsten Morgen rasch zu Fuß erreicht. Er liegt zwischen China Town und Darling Harbour. Der ruhige Rückzugsort ist ein Geschenk der chinesischen Partnerstadt Guangzhou und wurde nach dem Vorbild alter chinesischer Privatgärten aus der Ming-Dynastie im 5. Jahrhundert angelegt. Die Ruhe im Garten, der Wasserpavillon mit Kois sowie der Zwillingspavillon oder das Teehaus lassen einen vergessen, dass man sich inmitten einer Millionenstadt befindet. Zu den Besonderheiten des Gartens gehört die Drachenwand nahe des Eingangs.

Gestaltet im Stil traditioneller chinesischer Landschaftsmalerei ist die Gartenanlage nach dem Prinzip von Yin und Yang so ausgerichtet, dass man den gesamten Garten von keiner Stelle vollständig überblicken kann. Yin repräsentiert das Dunkle, Ruhige und Passive. Yan hingegen, die helle Hälfte des Symbols, es steht für Aktivität und Lebensfreude. Zusammen bilden Yin und Yan ein ausbalanciertes Ganzes was sich an vielen Stellen des Gartens zeigt.

Kleine Wasseragamen, d.h. Echsen beleben neben einem Wasserfall die Gartenanlage ohne die Ruhe zu unterbrechen. Durch die hohen, den Garten umgrenzenden Mauern befindet man sich in einer anderen Welt, weit weg von Verkehr und hektischer Großstadt.

Central Business District (CBD)

Der Central Business District (CBD), das geschäftige Finanz- und Handelszentrum, ist geprägt von Wolkenkratzern, historischen Gebäuden aus der viktorianischen Zeit und von der unmittelbaren Nähe zu den Häfen. Er ist ein zentraler Knotenpunkt für den Darling Harbour, den Circuit Harbor als auch für die renovierten Docks der Walsh Bay. Auch unser Hotel ist somit sehr zentral gelegen. Wir haben nicht weit zum Chinese Garden und zum Darling Harbor. Um den Circular Quay, die Harbour Bridge und das Opernhaus zu erreichen, greifen wir auf den Hop-on Hop-off Bus zurück.

Die Waterfront des Central Business District ist vom Boot oder der Harbour Bridge am besten zu sehen. Das 1976 errichtete Bürohochhaus des Finanzunternehmens AMP entsprach nicht mehr den aktuellen Erfordernissen und wurde durch Aufstockung, abgestaffelte Geschosserweiterungen mit trapezförmigem Zuschnitt und einen neuen Gebäudesockel um 45.000 Quadratmeter Bürofläche erweitert. Der jetzt 206 Meter hohe Bau des Quay Quarter Towers bestimmt neben der Harbour Bridge und der einzigartigen Oper das Stadtbild von Sydney. Das Museum für zeitgenössische Kunst,  MCA genannt, liegt zwischen dem angrenzenden „The Rock“ und den belebten Circular Quays.

The Rocks

The Rocks sind das älteste Viertel Sydneys das 1788 unmittelbar nach der Landung der Engländer erbaut wurde. Vom verwendeten Sandstein hat die Gegend ihren Namen erhalten. Schon bald hatte das Viertel den Ruf eines Slums in der Strafkolonie. Die Pläne von 1970 die alten Häuser abzureisen, wurden nach massiven Protesten zum Glück nie umgesetzt. Das historische Viertel mit seinen engen Gassen und einigen der ältesten Pubs von Sydney, Bars liegt im Schatten der Sydney Harbour Bridge und ist ein quirliges und kreatives Stadtviertel mit Boutiquen und Galerien.

Circular Quay

Der Circular Quay ist Dreh- und Angelpunkt des Fährverkehrs in Sydneys Hafen. Er liegt an der schmalen Einbuchtung der Sydney Cove und grenzt an das älteste Stadtviertel Sydneys „The Rocks“. In dieser Bucht legte am 26. Januar 1788 die erste englische Flotte („First Fleet”) mit insgesamt elf Schiffen, 780 Sträflingen, darunter 192 Frauen und 200 Mann Besatzung an. Der Circular Quay mit seinen sechs Landungsbrücken ist eine äußerst belebte Fähranlegestelle denn morgens und abends drängen sich die Pendler aus den Vororten zu den Fähren. Den restlichen Tag strömen Touristen für Ausflüge an die Quays. Wir genießen Cocktails und lassen das geschäftige Treiben wie auch die Aussicht auf die nahe liegende Harbour Bridge auf uns wirken.

Harbour Bridge

Die Sydney Harbour Bridge wurde in acht Jahren erbaut und 1932 eröffnet. Sie ist mit 134 Meter Scheitelhöhe und einer Spannweite von 503 Metern eine der größten Stahlbogenbrücken der Welt. Die beiden Stahlhälften des gewaltigen Bogens trafen am 19. August 1930 in der Mitte der Spannweite aufeinander. In der achtjährigen Bauzeit wurden 53.000 Tonnen Stahl und sechs Millionen handvernieteten Nieten verbaut. Die massive Eisenbrücke beeindruckt uns sehr, insbesondere wenn man bedenkt, dass die Brücke nahezu 100 Jahre alt ist und all die Last des täglichen Verkehrs unbeschadet verkraftet. Beim Gedanken an die baufälligen Brücken überall in Deutschland drängen sich doch einige Fragen dazu auf.

Auf der dem Circular Quay gegenüber liegenden Seite war während der Bauzeit eine große Fläche als Lager und Werkstatt für die Vormontage reserviert, die heute vom Luna Park, einem historischen Vergnügungspark, genutzt wird. Zwischen der Brücke und den Hafenbecken und überhaupt überall wo es etwas Platz gibt, sind perfekt gestylte Grünflächen die die Stadt so angenehm und freundlich wirken lassen. Von der Brücke sehen wir bis zum Luna Park und erhaschen einen Blick auf den Rooftop Pool des Hyatt Regency Hotels.

Sydney Oper

Das Sydney Opera House ist eines der markantesten und berühmtesten Gebäude des 20. Jahrhunderts sowie das Wahrzeichen von Sydney. Es geht auf den Entwurf des dänischen Architekten und Pritzker-Architektur-Preisträgers Jørn Utzon zurück. Das Opernhaus erstreckt sich über eine Länge von 184 Meter und sein unverwechselbares Dach ragt 67 Meter hoch auf. 1959 begannen die Bauarbeiten doch die gekrümmten Schalen des Daches bereiteten große technische Probleme. Die komplexe Geometrie am Dach wurde in sechs Jahren über zwölfmal neu entworfen. Am Ende gelang es, die Konstruktion mit nur 14 verschiedenen Schaltafeln/-formen für die Betonfertigteile zu fertigen. Nahezu alle Stützstreben und Dachverschalungen sind symmetrisch und daher mehrfach einsetzbar.

Das Dach ist mit 1.1 Million glasierten, weißen, glänzenden Keramikfliesen verkleidet, die in Schweden gefertigt und nach Australien importiert wurden. 580 Pfähle, die 25 Meter tief im Boden verankert wurden, tragen das etwa 160.000 Tonnen schwere Bauwerk. Nach einem Zerwürfnis zwischen der federführenden Regierung und dem Architekten Utzon wurde das Bauwerk mit einer 14-jährigen Bauzeit 1973 von Queen Elisabeth II eröffnet.

Weithin sichtbar liegt das Opernhaus zwischen dem Royal Botanic Garden und den Circular Quays sowie der Harbour Bridge und ragt in die geschützte Sydney Cove genannte Bucht. Entlang der Westseite erstreckt sich die beliebte Opera Bar, die sich in herrlicher Lage nach der 90 minütigen Besichtigungstour durch die Innenräume der Oper geradezu für eine Erfrischung anbietet.

Die Oper beherbergt fünf Hauptsäle sowie weitere Räumlichkeiten für darstellende Künste, darunter die große Concert Hall mit 2.679 Plätzen und einer monumentalen Orgel, das Joan Sutherland Theatre (1.507 Plätze) für Oper und Ballett sowie weitere Säle wie das Drama Theatre, das Playhouse, das Studio und der Utzon Room. Jährlich werden rund 1.600 Aufführungen, darunter Opern, Ballette, Konzerte und Theaterstücke geboten.

Hafenrundfahrt

Die gebuchten zweitägigen, d.h. 48 Stunden Hop-on Hop-off Tickets beinhalten neben der Nachtfahrt mit dem Bus ebenso eine Hafenrundfahrt. An unserem dritten Tag in der Stadt nehmen wir die 11 Uhr Fähre die alle Fährstationen in der großen Bucht, der Sydney Cove, anfahren und bei der wir in gewohnter Hop-on Hop-off aussteigen könnten, was wir nicht nutzen. Die eineinhalbstündige Hafenrundfahrt, beginnend am Circular Quay und weiteren Stopps am Taronga Zoo, Shark Island, Watsons Bay führt bis nach Manly bevor es wieder an den Ausgangspunkt zurück geht, lässt sich auch ohne auszusteigen genießen.

Nachtfahrt

Die nächtliche Bustour startet um 19 Uhr in unmittelbare Nähe des Wharf 6 am Circular Quays. Zunächst geht es durch den Central Business District um am Royal Botanic Garden eine Fotopause mit Blick auf die bunt beleuchtete Harbour Bridge zu machen. Einfach sensationell, dass das Opernhaus in wechselnden Farben angestrahlt wird. Damit hatten wir nicht gerechnet – ein Wow-Erlebnis. Ein weiterer Stopp ist in der Nähe des Luna Parks, direkt unterhalb der Harbour Bridge, vorgesehen.

Royal Botanic Garden

Nach den vielen Eindrücken und abertausenden Schritten ist das schlendern durch den Royal Botanic Garden Sydney, einer 30 Hektar großen Oase, in unmittelbarer Nähe zum Opera House bei so viel Grün einfach erholsam. Die weiten Rasenflächen sind, übrigens wie alle Grasflächen in der Stadt, akkurat gemäht und die Ränder zu den Gehwegen hin englisch präzise gestutzt. Wenn ich da an Grünflächen in deutschen Städten denke, fällt einem die Verwahrlosung unserer Städte zu Hause so richtig auf. Von Mrs Macquarie’s Chair, einem in den Felsen gehauene Sitzbank für besagte Mrs. Macquarie, sitzt nun Christine und geniest den freien Blick auf den Militärhafen. Hier sind auffallend viele Aktivitäten, so kommen immer mehr Fregatten und ein Tankschiff zu einem der beiden größten Kriegsschiffe Australien hinzu. Ob die Aktivitäten in Zusammenhang mit dem Krieg im Iran stehen, wissen wir nicht.

Auf der Seebühne wird, beginnend morgen Abend, in den nächsten paar Wochen das Phantom der Oper aufgeführt. Leider fliegen wir geplanter Weise an diesem Abend nach Hause. Wie sich am Abflugtag herausstellen sollte, kommt es doch etwas anders als gedacht (s.u.). Tickets gäbe es noch, aber am unerwarteten Verlängerungsabend regnet es, so dass die Aufführung ins Wasser fällt.

Market City

In der Gegend die heute als Haymarket bekannt ist, entstand 1834 ein großer Markt. Als wir ankommen schließt der Paddy’s Market, der eher den Charakter eines Flohmarkts hat. Zum Glück bleiben die Food Stalls und die zugehörigen Bars innerhalb des Marktgebäudes geöffnet, denn es regnet noch immer etwas und wir schätzen die große Markthalle mit dem tollen Ambiente. So lassen wir uns erstmal die libanesische Küche sowie ein frisch gezapftes australisches Bier schmecken. Nachdem auch der Gemüsemarkt inzwischen geschlossen hat, ist Live Musik und ein guter Cocktail angesagt.

Walsh Bay Wharf

Die Walsh Bay ist ein ist ein denkmalgeschütztes ehemaliges Hafengelände, das sich zu einem hochmodernen Veranstaltungsviertel mit Theatern, Restaurants und angesagten Bars entwickelt hat. Die alten Entladeanlagen wurden generalsaniert und die Quays in moderne Arbeitsplätze und schicke Wohnungsanlagen umgewandelt. Ein paar alte Entladekräne stehen zur Erinnerung an die vergangenen Hafenzeiten als Deko zwischen den Lokalen.

Queen Victoria Building (QVB)

Das Queen Victoria Building, kurz QVB genannt, wird von einer großen zentralen Kuppel dominiert. Das riesige Gebäude mit einer Länge von 190 m lang und 30 m Breite wurde 1898 fertiggestellt. Es beherbergte in den Gründungsjahren einen Konzertraum und in diesen Tagen zahlreiche Cafes und Teestuben auf jedem Stockwerk sowie ein französisches Bistro im Erdgeschoss. Exklusive Mode- und Teegeschäfte bestimmen die Verkaufsflächen. Ein gespendetes Klavier sorgt in den weitläufigen Arkaden für Unterhaltung von Besuchern die es sich zutrauen zu spielen, für Besucher. Eine wirklich großartige Idee und soviel schöner als die Musikberieselung in den üblichen Geschäften und Supermärkten. Sogar Leica hat Foto – Ausstellungsflächen sowie einen Show- und Verkaufsraum für ihre aktuellen Kameras.

Ein Tag Verlängerung

Unser gebuchter und auch bestätigter Rückflug nach München wurde überraschend in der Nacht gecancelt und von Freitag auf Samstag verschoben. Somit hatten wir plötzlich einen weiteren Tag in der Millionenstadt. Leider regnete es nahezu den ganzen Tag, so dass wir die meiste Zeit im QVB und der umliegenden Shoppingzone Sydneys verbringen. Die trockenen Phasen nutzen wir um im Hydepark zu spazieren. Nach kurzer Zeit müssen wir wegen erneuten Regens wieder ins nächste Bistro zu flüchten. Abends war die Suche nach einem Lokal in der China Town nicht so einfach wie gedacht, denn draußen speisen war keine Option und innen sind die Restaurants klein oder haben so niedrige Decken, dass es unangenehm laut ist.

China Town

Die China Town ist flächenmäßig gar nicht so klein, aber sie musste in der Vergangenheit mehrfach umziehen, so dass vermutlich der originale Charakter dabei verloren ging. An jedem Ende der China Town befindet sich ein Pailou, ein chinesisches Tor vergleichbar mit einem Ehrentor. Zwischen diesen beiden Ein- und Ausgangstoren gibt es neben ein paar Ladengeschäften und einigen Lokalen nicht viel weiteres von Belang zu sehen.

Mit einem Tag Verspätung landen wir auf unserem Heimflug für einen mehrstündigen Zwischenstopp in Abu Dhabi. Kurzzeitig wird der Duty Free wegen Drohnen- bzw. Raketenalarms geräumt, was ein beklemmendes Gefühl hervorruft. Die Angestellten sind dies gewohnt denn sie kennen die Vorsorgemaßnahmen bereits und wissen wohin sie gehen müssen.

Hiermit ist der erste Teil der Australienreise beendet. Weiter geht’s voraussichtlich Anfang Juli.

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