Jervis Bay und Cliff Bridge
Jervis Bay und Cliff Bridge

Jervis Bay und Cliff Bridge

An der Ostküste zieht es uns zunächst in die Jervis Bay und zur Cliff Bridge. Dies gelingt sogar in Übereinstimmung mit dem Wettergott, denn der schneeweiße Sand als auch die Brücken entfalten ihre Wirkung auch nur im Zusammenspiel mit strahlendem Sonnenschein.

Jervis Bay

Die Jervis Bay ist mit einer Fläche von 102 Quadratkilometern eine große geschützte Bucht mit einer engen, vom australischen Militär überwachten Zufahrt, die im Osten zur Tasmansee offen ist. Die riesige Bucht in Form einer Muschel bietet im Westen zahlreiche Strände mit schneeweißem Sand, was für die große Beliebtheit bei Urlaubern sorgt und auch uns sofort in den Bann zieht.

Hyams Beach

Hyams Beach, ein Küstendorf nahe der Stadt Shoalhaven in der Jervis Bay liegend, rühmt sich mit dem namensgebenden Strand. Er zählt nach Whitehaven Beach in Queensland (2. Platz im Guinness-Buch) und der Lucky Bay am Cape Le Grande sowie den Stränden des Cape Arid in West Australien zu den weißesten Stränden und erreicht Platz 8 im weltweiten Vergleich. Egal welchen Platz der Strand im Guinness Buch hat, der Sand ist feinpudrig und sieht einfach fantastisch aus. Die Temperaturen, auch die des Wassers, sind angenehm. Nachdem gerade noch ein passender Parkplatz gefunden ist und wir mit 50er Sonnencreme eingepinselt sind, ziehen wir an den Strand. Herrlich, hier lässt es sich bei klarem Wasser beruhigt schwimmen. Zumindest sind so viele Menschen mit im Wasser denen auch nichts passiert, dass wir die leichten Bedenken hinsichtlich der sharks ignorieren.

Picknick am Shark Net

Der Hyams Beach ist schon am Morgen stark von Gästen besucht. Die Cafes sind voll und es dauert bis ein Parkplatz gefunden ist. Dieser entpuppt sich als hervorragende Wahl, denn er liegt unweit des Strands. Rasch ist entschieden, dass das Frühstück heute am Meer statt findet. Während Christine das Picknick vorbereitet, baue ich unser Schattensegel auf, da der einzige Schattenplatz, kurz bevor wir den Platz erreichen, belegt wurde.

Nachmittag am Chinaman Beach

Wie soll man nur all diese wunderbaren Strände sich ansehen bzw. erleben können, denn es gibt ja nur dieses Drei-Tage-Hoch und bereits am kommenden Montag sollen wieder Wolken das Bild bestimmen. So wird für den Nachmittag der Chinaman Beach als nächste Location gewählt. Er liegt linker Hand neben den gestrigen Strandplätzen, an denen auch die Drohnenaufnahmen entstanden. Das Sonnensegel ist gegen die Mittagshitze als auch wegen der hohen UV-Belastung rasch aufgebaut, muss aber im Laufe des Nachmittags den auffrischenden Windböen von bis zu 45 Km/h, weichen.

Greenfield und Blenheim Beach

Nachdem man sich von solch klarem Wasser und dem feinsandigen, weißen Strand kaum losreißen kann, schaffen wir es trotz alledem die beiden kleineren aber nicht weniger bekannten Strände, d.h. den Greenfield und Blenheim Beach, noch anzusehen. Ein Wanderweg verbindet beide Strände, da die Autos außen vor bleiben. In bestem Licht des Spätnachmittags finden wir die Sandstrände nahezu verlassen vor. Es ist Sonntagnachmittag und die Australier haben die Angewohnheit entweder schon am Morgen oder am frühen Nachmittag abzureisen. Der Beach leert sich, wie auch die campsites, dann rapide.

Kiama

Die Australische Rotzeder wurde über viele Jahre hin wegen ihres widerstandsfähigen und langlebigem Holz für den Schiffsbau genutzt. Nachdem in der Gegend um Kiama das Abholzen der Rotzeder zu seinem natürlichen Ende kam, wurde hier Basalt abgebaut. Dieser entstand bei zwei größeren Vulkanausbrüchen, vor 240 Millionen und 66 Millionen Jahren. Für die wachsende Kolonie stellte Basalt einen wichtigen Rohstoff dar. Der erste Steinbruch öffnete 1855 und mit der Eröffnung des Hafens von Kiama konnten bereits 1883 über 400 Tonnen pro Tag verschifft werden. Noch heute verkehren hier äußerst beeindruckend lange Güterzüge für Schüttgut.

Kiama ist ein beschaulicher Ort mit Kirche, Polizeistation, Gericht sowie ein paar Straßencafes und Bistros. Einzig ein südafrikanisches Lokal bietet bis 14 Uhr Lunch an. Abendessen im Restaurant ist wie so häufig in Australien leider Fehlanzeige, was nicht wirklich schlimm ist denn so bleibt uns frittiertes Seafood erspart. Wir versorgen uns im Ort mit frischem Baguette und ebenso frischen Garnelen und kochen selbst. Ein neuseeländischer Sauvginon Blanc steht für solche Fälle immer gekühlt in der Minibar / Kühlbox.

Am Hafenrand erfreut sich ein Rock Pool großer Beliebtheit. Hier ziehen überwiegend Ältere, vermutlich unabhängig von den Temperaturen, ihre morgendlichen Bahnen. Vor und neben dem Becken branden die Wellen des Ozeans auf die Felsen und manches Mal schwappt etwas Meer in den Pool, was keinen der Badenden im klaren Felsenpool stört. Das nahe des Leuchtturms und unweit des Rock Pools liegende Blow Hole, ist zwar stark von Touristen frequentiert, wollte wegen ruhiger See und Ebbe aber nicht so recht blasen wie der Name suggeriert.

Bombo Headland Quarry

Unweit von Kiama befinden sich die ungewöhnlichen Basaltsäulen von Bombo Headland an einer Stelle, an der sich zwei starke Lavaströme, genannt die Gerringong Volcanics, überlagern. Sie stammten aus dem über 600 m hohen Saddleback Mountain, heute ein kollabierter Vulkanschlot in dem die große örtliche Kläranlage versteckt wurde. Denn in der engen von steilen Felsen umgebenen Bucht, werden die Klärschlämme mit hohem Wasserdruck ins Meer geleitet. Zunächst können wir uns die Verfärbung im Meer an einer Stelle gar nicht erklären, bis wir einen Betonkubus passieren, in dem wir tosendes Wasser hören und der Geruch es eindeutig bestätigt. Die Behörden haben hier ein mega Meer-Weg-System 😉 installiert und nutzen das ganz ungeniert.

Cathetral Rocks

Entgegen der Vorhersage überrascht uns heute ein sonniger Morgen in Kiama. Rasch ist die Fotoausrüstung gepackt und sofort es geht an den Strand zu den Cathedral Rocks die rechter Hand den Jones Beach begrenzen. Das Meer zieht sich gerade etwas zurück, doch hin und wieder schlagen noch Wellen über die Felsen. Mit dem Rücken zur Felswand hoffe ich, dass alles an mir und vor allem an der Nikon trocken bleibt.

Auf den hinter mir liegenden Felsen führt ein steiler Pfad nach oben. Das wird sofort in Angriff genommen um noch weitere Felsformationen zu sehen. Nachdem ich oben angelangt bin hoffe ich doch, dass sich für den Rückweg eine bessere Möglichkeit als der steile Pfad von gerade eben ergibt. Durch das Unterholz gelange ich weiter vorwärts bis ich die letzten Meter, immer wieder Halt an Bäumen und Wurzeln suchend, mich nach oben ziehe und plötzlich im Garten eines dieser wunderschönen Häuser stehe. Ich mache mich bemerkbar und frage ob ich das Grundstück nach vorne, d.h. durch die Haus- bzw. Gartentüre verlassen dürfe. Es gibt eine nette Unterhaltung mit dem Eigentümer, der verschmitzt lächelte als ich hier unvermutet auftauchte. Bestimmt war ich nicht der Erste. Hinweis: bei dem rechten der beiden Häuser auf dem Hügel gelangte ich nach oben.

Die Felsenhöhle die sich unter dem Felsstock verbirgt, ist nicht einfach zu finden. Erst durch Nachfrage bei Anwohnern wird meine Vermutung zur Gewissheit, dass man bei Ebbe vom Jones Strand kommend den Felsen halb umrunden muss, um in die Höhle zu gelangen. Zusammen mit zahlreichen Moskitos lassen sich dann Fotos der Cathetral Rocks aus der Höhle machen. Leider regnet es bereits als wir zurück am Beach sind und am nächsten Morgen schüttet es was das Zeug hält. Aber Ausdauer wird auch manches Mal belohnt. Nach einem weiteren Tag des Wartens ist es morgens wieder sonnig. Leider ist der Meeresspiegel noch zu hoch um in Höhle zu gehen. Also geht es zurück ins Wohnmobil zum Frühstück. Nächster Anlauf ist in einer Stunde. Das Wasser ist zwar noch immer höher wie gedacht als ich die Höhle erreiche, aber die anbrausenden Wellen wurden leichter. So klettere ich mit der auf dem Stativ montierten Kamera vorsichtig über die nassen Felsen, warte die anbrandenden Wellen ab und dann geht’s für ein paar Meter, bis die glatten Felssteine in der Höhle erreicht sind, ins knietiefe Wasser.

Sea Cliff Bridge

Das Highlight des Great Ocean Drives ist die Sea Cliff Bridge nahe der Stadt Clifton. Die spektakuläre Kurvenbrücke ist 665 Meter lang und wurde im Dezember 2005 eröffnet um den Lawrence Hargrave Drive zu ersetzen. In 50 Meter über dem Meeresspiegel erreicht die auf Betonpfeilern errichtete Brücke ihren höchsten Punkt.

Coledale Beach

Nachdem durch Schlechtwetter bedingtem längeren Aufenthalt in Kiama steuern wir nun die Nähe Sydney’s an, denn am kommenden Montag geben wir unser Fahrzeug in einen Storage und ziehen für weitere vier Tage in ein Hotel nach Sydney. Auf der Strecke gen Norden liegt ein wunderschöner kleiner Campingplatz genau nach unserem Geschmack. Die Online Buchung klappt mal wieder nicht, so dass wir auf gut Glück den Platz anfahren. Bingo, es ist noch ein Platz für die Nacht frei. Nachdem es hier so schön ist, grüne Wiese mit Sandstrand und Ozean direkt vor unserer Nase, werfen wir alle Pläne für die nächsten Tage über Bord und verlängern spontan. Zwei Tage sind das Minimum, da legen wir noch einen drauf und verlängern bis Montag Morgen, denn vor hier sind es nur 60 Kilometer bis zum Storage. So können wir das Auto als auch noch Wäsche waschen und packen dann in aller Ruhe mit Blick aufs Meer was für den Aufenthalt in Sydney oder zu Hause gebraucht wird. Die vorgesehene Tour in die Blue Mountains verschieben wir auf den Teil II unserer Australienreise in den Sommer. Ein Filmteam der BBC ist auch vor Ort und dreht Szenen, wie bereits am vergangenen Montag, zum Film ‚Return to Paradise‘. Da sind wir gespannt ob wir den mal zu sehen bekommen.

An dem nahegelegenen Felsplateau arbeiten sich die Wellen ab. Ein weit besseres Schauspiel als es das kleine Blow Hole in Kiama hätte sein können.

Welch ein grandioser Sonnenaufgang überrascht uns heute morgen. Noch gar nicht richtig wach, sehe ich die Sonne zwischen riesigen Wolkentürmen. Zum Glück ist das Handy nicht weit und das Alkovenfenster ist schon geöffnet, so dass den Sonnenaufgangsfotos nichts im Wege steht. Einige Öltanker als auch ein RORO (Roll-On Roll-Off) Schiff stehen vor Sydney in Warteposition, da es Wochenende ist und in den Häfen nicht gearbeitet wird.

Welch schöne erholsame vier Tage, die wir hier ganz unvermutet verbringen dürfen, bevor es nach Sydney, in die Hauptstadt von New South Wales, geht. Dort warten bestimmt weitere Highlights auf uns.

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