Endlich nach eineinhalb Wochen schlechten Wetters an der Smaragdküste im Osten Australien, greift die Sonne wieder ins Geschehen ein. Die Küstenlandschaft erstrahlt regelrecht im Sonnenlicht und mit dem Blick von oben sieht man die stark strukturierten Felsen sowohl über als auch unter Wasser um so besser.

Potato Point
Der im Eurobodalla National Park liegende Potato Beach erhielt seinen Namen durch die Familie Brice. Diese baute hier Gemüse und Kartoffeln an und transportierte sie mit dem Ruderboot zu den vor der Landzunge vor Anker liegenden Schiffen, um sie zum Markt in Sydney zu befördern. Kartoffel brauchen wir keine, uns reichen schöne Strände und ein guter Stellplatz am Meer. Diese sind allerdings wirklich rar in Australien. Der Beachcomber Campsite erfüllt alle unsere Erwartungen und hat sogar noch einen Platz frei.


Strandspaziergänge gehören an so einer Sandbucht unbedingt dazu. Bemooste Felsen die regelmäßig vom Wasser umspült und dann wieder freigegeben werden, leuchten um die Wette. Selbst die Backwaters liefern ein unerwartetes Farbenspiel der trockenen und der noch feuchten Sandinseln.
Beachcomber Holiday Park
Gleich bei der Ankunft, das Wohnmobil ist noch gar nicht auf dem vorgesehen Stellplatz, sehen wir unsere ersten Emus am Strand auf Futtersuche. Die zahlreichen Kängurus hier auf dem Beachcomber Campingplatz kennen, im Gegensatz zu den Emus, keine Scheu und kommen auch während wir vor dem Auto sitzen oder frühstücken auf uns zu um direkt daneben zu grasen. Wir werden dabei, häufig mit zwei, wie zum Gebet übereinander gelegten Vorderpfoten, genau beobachtet. Schlau sind sie allemal, denn sie versammeln sich wie vorgeschrieben am assembly point des campgrounds (s.u.), dem Versammlungspunkt bei Notfällen wie Feuer oder Hochwasser.
Die Buntwarane, die in verschiedenen Größen hier auf dem Platz heimisch sind, beobachten wir neugierig aber auch mit einer gewissen Vorsicht, denn ein Verteidigungsschlag mit dem Schwanz kann schmerzhaft sein. Warane sind Fleischfresser, deren Beute kleine Säugetiere, Vögel, Reptilien einschließlich Kadaver umfasst. Sie werden bis zu 2 Meter lang und wiegen voll ausgewachsen etwa 14 Kilogramm.
Kaum ist das Wochenende vorbei gibt es wieder viel Platz auf den Campgrounds. Da wir meist nicht wissen wie schnell wir vorankommen und daher keine tage- oder gar wochenlange Vorplanung machen, ist es oft schwierig einen freien Platz auf einem der Campingplätze zu bekommen. Zudem entsprechen viele der Campingplätze nicht unseren Vorstellungen. Es gibt häufig viel Flächen für Dauercamper und sehr viele Holz-/Blechhütten zur Vermietung, so dass für tatsächliche Caravans oder Zelte oft nur Restflächen und diese auch manches Mal mitten zwischen den Hütten und den heruntergekommenen alten Dauerwohnwagen, zu finden sind. Zum großen Glück wird an diesem Campingplatz sauber zwischen Camping wie wir es kennen und Dauerbewohnern getrennt.
Nach drei herrlichen Tagen am und im Meer mit viel Sonne und milden Abenden, u.a. auch am wärmenden Lagerfeuer, machen es uns die Wolken morgens etwas leichter diesen, wohl den besten Campsite auf unserer bisherigen Reise, zu verlassen.
Meroo NP – Termeil Point
Im Meroo Nationalpark halten wir spontan da die Wettervorhersage für die Jervis Bay, etwa 80 Kilometer nördlich, bedeckten Himmel meldet während hier die Sonne scheint. Blinker an und ab in den 8 Kilometer naheliegenden Meroo Park. Dies war die beste Idee des Tages, denn wir finden ein Kleinod an der Küste. Abgebrochene Felsen, von Wind und Wellen ausgespült, erwarten uns hier am leeren Strand. Nach einer kurzen Besichtigung holen wir Kamera, Drohne und die Strandliegen und machen es uns am Beach für den restlichen Nachmittag gemütlich.


Mollymock
Am Rastplatz mit herrlichem Strandblick frühstücken wir das frisch gekaufte Baguette, absolvieren den nahezu täglichen Strandspaziergang und genießen anschließend den restlichen Tag in den Liegestühlen auf der großen Picknickwiese. Zum Schwimmen sind die Wellen zu rau und das Wasser zu kalt. Von der örtlichen Wasserwacht sitzt ein Mitarbeiter unter einem kleinen Faltpavillon und scannt die Küste auf dem Drohnenmonitor nach Sharks. In drei Jahren gab es noch keine Haisichtung hier in der Bucht. Beruhigt mich das jetzt, sind die Biester nur nicht richtig gut mit der Drohne zu sehen oder hört er zu früh auf zu suchen? Denn nach ca. einer Stunde packt er wieder alles ab und geht. Vermutlich sind nun die vier Akkus leer, die er mithatte. War’s das jetzt mit dem Rundum-Sorglos-Paket?
Die Rettungsschwimmer trainieren heute den Start und das anlanden bei Wellengang. Vier Mann und ein Steuermann die sich ordentlich ins Zeug legen.


















































