
Tahune Air Walk
Rund 70 Kilometer südlich von Hobart entfernt, im Huon Valley, erreicht man anfangs auf Teer- danach auf Gravel Roads das Tahune-Forest-Reservat, das am Rande des riesigen Southwest National Parks liegt. Für heute kommen wir wieder einmal zu spät, d.h. es ist gerade mal 16:15, aber um 16 Uhr schließen hier die Pforten. Am am nächsten Morgen wandern wir 50 Meter über dem Waldboden auf Stahlwegen unterhalb der Baumwipfel auf einem 600 Meter langen Baumkronenpfad. Die riesigen Baumriesen überragen den Pfad noch immer ein gutes Stück. Heftige Waldbrände wüteten hier 2019 und die bis zu 80 Meter hohen Bäume sind bis heute von den schweren Buschfeuern gezeichnet. Von einer ausladenden, freischwingenden Plattform die weit über das Buschland hinausragt – dem Highlight des Air Walks – sieht man unter sich den Huon River fließen. Wenn man vor den um gefallenen Bäumen steht, wird einem bewusst wie breit diese sind. Durch die Feuerbrünste wurden viele der Baumstämme innen ausgehöhlt und hatten somit keine ausreichende Tragkraft mehr.
Der Swinging Bridges Track geht zunächst entlang des Flusses und führt dann über zwei schmale und dafür lange Hängebrücken über die Flüsse Huon und Picton an derem Zusammenfluss sich die Plattform befindet.
Franks Cider House
Vom Tahun Air Walk kommend, halten wir spontan an dem netten rustikalen Haus in dem Frank’s Cider House untergebracht ist. Das Haus, neben der Dorfkirche und Friedhof von Franklin, stammt aus dem Jahr 1836. Es werden neben verschiedenen Ciders, die man vor der Bestellung verkosten darf, auch Kaffee und Kuchen angeboten. Ein kleiner Nachmittagssnack und ein Cider probieren kann ja nicht schaden. Wir entscheiden uns für das angebotene Lachsbaguette und sollten es nicht bereuten. Draußen hat es angenehme Temperaturen, so dass wir unsere Pause auf dem Weg nach Hobart, in den Cider Garten unter Bäumen verlegen.






Nelson Falls
Unweit der Verbindungsstraße zwischen Hobart und Strahan, welches im äußerten Westen Tasmanien angesiedelt ist, unterbrechen wir die Fahrt um die Nelson Falls im Franklin-Gorden Wild River Nationalpark anzusehen. Der Fußweg ist, wie viele der Wanderwege in Tasmanien, an feuchten oder etwas unwegsamen Stellen mit Boardwalks, das sind Holzbohlen mit Gitterdraht gegen die Rutschgefahr bei Regen, gut erschlossen. Der Weg zu den Falls ist kurz und dauert nur 25 Minuten. Im Augenblick gibt es nach den langen Sommermonaten nur wenig Wasser was die Felsen herabstürzt, aber die Nelson Falls haben trotz alledem einen unvergleichbaren Reiz. Die moosbewachsene Bäume und vor allem die Farnbäume, von denen es vier Arten in Australien gibt, üben einen besonderen Reiz auf uns aus. Nicht viele Besucher sind im Wald unterwegs, so dass wir die Stille und fast andächtige Wirkung dieser für uns so ungewöhnlichen Wälder voll und ganz genießen können.

Strahan
Weiter auf dem Weg nach Strahan, etwa einhundertachtzig Kilometer westlich von Hobart, passieren wir einige Wasserkraftwerke. Die Gegend ist gut mit Regen beglückt, so dass zahlreiche Seen und Wasserspeicher den Kraftwerken zur Verfügung stehen.
Strahan ist ein beschaulicher und angeblich der regenreichste Ort an der Westküste Tasmaniens. Er hat ein paar nette Hotels mit Restaurant und Bar. Bootsanleger und ein paar Souvenierläden vervollständigen das Ortsbild. Von Strahan ausgehend werden täglich mehrstündige Bootstouren auf dem Gordon River mit modernen Elektrobooten angeboten. Leider ist die Wettervorhersage für morgen derart schlecht, dass der Ausflug für uns buchstäblich ins Wasser fällt. Wir genießen ein frisch gezapftes Bier von der Bar bevor es auf die Suche nach einem geeigneten Campsite geht.





Uns zieht es zu den Waldcampingplätzen an die Binnenküste, die gut auf den etwas rumpeligen Schotterpisten erreichbar sind. Wir lernen ein nettes französisches Paar kennen, die beide derzeit in Hobart work & travel machen und hoffen, sich im Anschluss an diese Jahre, d.h. irgendwann, für ein Residence Permit welches den dauerhaften Aufenthalt in Australien ermöglicht, zu qualifizieren. Sie haben es sich direkt am Ufer, dem absolut schönsten Platz, mit ihrem Zelt gemütlich gemacht. Den Rest des Tages bleibt es trocken aber in der Nacht und am nächsten Tag regnet es bis mittags dann wie vorhergesagt. Mal fester mal etwas weniger, was uns nicht weiter stört denn wir schlafen mal so richtig aus. Gegen halb zehn werden wir wach und stellen fest, dass alle anderen Camper, wie auch die beiden Franzosen, die mit uns hier an diesem Waldplatz standen, inzwischen das Weite gesucht haben und wir allein inmitten der Farnpracht stehen. Soll uns auch recht sein, erst wird ausgiebig und gemütlich gefrühstückt und dann sehen wir schon wie es weitergeht. Bis wir fertig sind, klart der Himmel etwas auf und bis Hells Gates erreicht ist, ist bereits wieder blauer Himmel zu sehen. Wozu all die Eile?
Hells Gates
Hells Gates ist eine Meerenge, die den Zugang zum Macquarie Harbour im westlich von Strahan bildet. Wir sehen zum weißen Sorrel Leuchtturm, der inmitten der engen Zufahrt, die Seefahrer vor den nur knapp über dem Wasserlinie liegenden Felseninseln warnt. Sträflinge des 19. Jahrhunderts gelangten durch diese enge Passage in die Strafkolonie nach Sarah Island. Fluchtgefahr gering. Heutzutage fahren zahlreiche Fischer mit ihrem Buckie, wie die Pickups hier genannt werden, an den Strand um bei Bier und ein paar Steaks auf den Anglererfolg zu warten.









































