Knappe 100 Kilometer sind es von Adelaide nach Cape Jervis, von wo die Fähre in einer knappen Stunde die drittgröße Insel Australiens erreicht.

Die Landschaft südlich von Adelaide ist hügelig und teilweise von Eukalyptus-Alleen gesäumt. Entspannt kommen wir auf der KI, wie Kangaroo Island gern abgekürzt wird, an. Der Tag ist sonnig und heiß, was zunächst sehr willkommen ist, aber schnell zu einem Fliegen-Problem wird.

Leuchtturm am Cape Willoughby
Hier am Cape Willoughby, dem östlichsten Punkt der Insel, wurde der erste Leuchturm Südaustraliens errichtet. Seit 1852 sichert er, beginnend mit Öllampen und später durch Parabolspiegel erweitert, die Schifffahrt. Erst seit 1974 ist der Leuchtturm automatisiert.
Gleich die erste Bucht die wir sehen lädt zu einem Halt ein. Das hätte fatal enden können, denn ein Lastwagen sah wohl unser in einer Parkbucht geparktes Wohnmobil nicht, denn als ich gerade die Kabinetüre öffen will, hupt es neben mir und ein LKW zieht haarscharf an mir vorbei, so dass ich nur noch eine Blechwand vor Augen hatte. Das war knapp.
Den vorgebuchten Campingplatz an der Murray Lagoon, in mitten einer Buschzone, fahren wir deswegen erst gar nicht an, sondern erhoffen uns von einem Stellplatz direkt am Meer mit etwas Seebriese etwas Ruhe von den lästigen Fliegen. Weit gefehlt, denn auch hier ist an ein sich draußen aufhalten nicht zu denken. So sitzen wir bei schönstem Sonnenschein und bei gemütlichen 39° im Auto und vermissen eine Klimaanlage in der Wohnkabine doch sehr.
Duck Lagoon
Am nächsten Morgen ist die Duck Lagoon am Cygnet River angesagt. Hier soll es immer Koalas in den Bäumen geben. Zunächst treffen wir die ersten schwarzen Schwäne im Ententeich an. Nett, aber noch nicht das was uns hier her führt.
Dann endlich sehen wir auf einem Baum den ersten Koala. Nachdem wir lange ausharren damit sich dieser Fellknäul, der uns beharrlich den Rücken zuwendet, mal zu uns umdreht, stellt sich heraus, dass es eine Koala Mama mit Jungem ist. Da hat sich das Warten doch gelohnt. Im Anschluss finden sich noch auf zwei weiteren Bäumen jeweils ein Koala. Sind wohl nicht sehr gesellig oder haben gar Futterneid.
Emu Bay
In der Emu Bay, mit seinem weißem Sandstrand buddeln wir erstmal einen zu übermütigen Fahrer mit seinem Auto aus. Danach testen wir die Festigkeit des Sandes, denn wir sind ja um einiges schwerer wie die Offroader, die gerne auf den Strand fahren. Nach dem positiven Test folgen wir dem allgemeinen Beachdrive, suchen uns einen netten Platz in Fahrtrichtung zurück, denn man weiß ja nie wie schnell man u.U. den Strand räumen muss. Die nächsten zwei Stunden lassen wir die langsam steigende Flut nicht aus den Augen und beobachten dabei die Pelikane bei der Suche nach Fischen.
Stokes Bay
Da freies Camping in der Emu Bay verboten ist, bietet sich die Stokes Bay mit Campsite in Strandnähe an. Dort angekommen, ist ein freier Stellplatz schnell gefunden, aber das Internet um diesen zu buchen ist wieder mal sehr schwach. Nach einer Stunde klappt es endlich und der Platz ist gebucht und online bezahlt.

Wildtiere am Morgen
Seal Bay Conservation Park
Der Seal Bay Conservation Park beherbergt eine freie Kolonie wilder aber auch bedrohter australischer Seelöwen. Mit diesen Meeressäugern in ihrem natürlichen Lebensraum zieht er zahlreiche Besucher in seinen Bann. Auf Stegen und Aussichtsplattformen sowie bei geführten Strandtouren lassen sich die Tiere beim Sonnenbaden, Spielen und Säugen beobachten. Seelöwen jagen drei Tage im Meer um dann für die nächsten drei Tage den Nachwuchs zu füttern und sich am Strand auszuruhen. Weiße Haie und andere große Haie sowie Orkas sehen Seelöwen als ihre der Hauptnahrungsquelle.

Flinder Chase NP
Der Nationalpark hat eine Größe von 326 km², wobei wir nur die Admirals Arch und die Remarkable Rocks besuchen. Auf den Felsen ruhen die Langnasen Robben seelenruhig während die Wellen an den Klippen stürmisch anbranden.
Die Remarkable Rocks erinnern uns doch sehr an die von Wind und Wetter geformten Felsen auf Sardinien und Korsika.
Vivonne Bay
Im Nationalpark gibt es zwar einen Campingplatz, da sich die Wolken am Kap gerne länger aufhalten fahren wir in die uns noch nicht bekannte Vivonne Bay und nächtigen am dortigen Campingplatz. Hier ist es wieder sonniger als den ganzen Nachmittag am Kap. Auf dem Parkplatz hat es sich ein Koala unter einem Auto am Vorderreifen bequem gemacht. Der arme Kerl findet hier an der Küste keine Eukalyptusbäume. Deswegen wurde auch schon ein Ranger verständigt um das Tier zu retten. Die Krallen der niedlichen Tiere sind schon beeindruckend lange.
Big Fig Tree und Snelling Beach
Die Suche nach dem Big Fig Tree und dem Restaurant war zunächst erfolglos, denn die Zufahrt war versperrt und selbst der riesige Feigenbaum war nicht in all dem Grün auffindbar. Erst als wir zu Fuß auf die Suche gehen, sehen wir den weit ausladenden Baum, voll mit noch unreifen Feigen. Leider ist das betreten des Privateigentums, wie es auf mehreren Tafeln zu lesen ist, verboten. Die spontane Fahrt hierhin war trotzdem nicht vergeblich, denn der weitere Weg führt nach nur weingen Metern zu einer traumhaft schönen Bucht. Der Snelling Beach mit seinem feinen und ganz hellem Sand ist von Felsen zu beiden Seiten weiträumig umschlossen. Gleich noch vor dem Frühstück muss ich die ersten Fotos machen, denn es ist für heute wechselhaftes Wetter angesagt. Leichte Wellen laufen auf Felsen und Sand aus, denn bislang hält ein zauberhaftes Sonne-/Wolkenspiel an, aber wer weiß schon ob sich die Wetterlage nicht doch bald ändert, was hier an der Küste rasch der Fall sein kann.

Magische Momente

Der ganze Tag lässt sich hier prima verbummeln. Hin und wieder kommen Besucher, fahren über den Strand und trollen sich nach kurzer Zeit wieder. Nur leider ist hier Camping verboten, so dass wir am Abend den gemütlich kleinen campsite in der nur wenige Kilometer entfernten Stokes Bay aufsuchen, auf dem wir bereits übernachteten.

Am nächsten Morgen, vorbei an einer Wiese mit Kängurus, geht es zurück in die Snelling Bucht um wieder einen entspannten Tag dort zu verbringen. Christine sieht diesmal ein Koala Paar im Baum und man muss sich nicht mal beeilen um ein Foto zu machen, denn die laufen ja, im Gegensatz zu den Hopplern, nicht weg.
Abreise von Kangeroo Island
Nach fünf Tagen mit vielen schönen Eindrücken verlassen wir mit der Morgenfähre um 7:30 die Insel. Nach Tanken, Lebensmittel auffüllen und einer spontanen Autowäsche entdeckten wir mal wieder kunstvoll bemalte Getreidesilos und verbrachten den restlichen Abend am Brown Beach mit dem vermutlich schönsten Campingplatz von Kangaroo Island in der Nähe von Penneshaw. Das wenn man immer vorher wüsste.






































































































Wieder mal super schöne Aufnahmen, die einen richtig neidisch werden lassen. Schönen Gruß aus dem dauernebligen Oberbayern.