Adelaide erreichen wir vom Murray Nationalpark kommend über unerwartet ruppigen Straßen. Hier vor Ort in den großen Supermärkten von Woolworths lassen sich Vorräte auffüllen und auf dem Campingplatz hoffentlich wieder etwas Erholung von der Fahrt finden.

Adelaide
Adelaide ist die Hauptstadt von South Australia mit der ältesten Universität in Südaustraliens. Diese liegt inmitten der Innenstadt und ist von großen Grünflächen umgeben. Die berühmte Staatsbibliothek von Südaustralien, die State Library of South Australia, ist ein architektonisches Juwel. Bis 1851 kamen fast 7.000 Deutsche nach Südaustralien. Die Auswanderer suchten Land oder einen höheren Lebensstandard. So entstanden in den 1840er und 1850er Jahren im naheliegenden Barossa Valley zwölf deutsche Siedlungen. Noch heute sind die überwiegend in Stein erbauten Häuser im Barossa Valley, zu den sonst üblichen Holz- bzw. Wellblechhäusern, auffallend.
Die deutsche Prägung ist auch im netten Mt. Barker mit seinem über hundert Jahre altem Bahnhof, welcher in den sanften Adelaides Hügeln liegt, unverkennbar. Der deutsche Ort Hahndorf hingegen ist nicht mehr unbedingt besuchenswert. Bayrische Blasmusik erklingt aus dem vollständig vom Tourismus überrannten Hahndorf aus den Gaststätten. Deren Gäste bestehen zu hundert Prozent aus Indern und Chinesen, denen deutsches Liedgut und Essen anscheinend gut gefällt. Das hier vor Ort nach deutschen Reinheitsgebot gebraute Bier schmeckt ausgezeichnet, so dass man das importierte Weihenstephaner Bier nicht unbedingt bestellen muss, gibt’s ja zu Hause wieder.
Penfolds Estate
Penfolds ist ein weltberühmtes australisches Weingut, welches Dr. Christopher Rawson Penfold 1844 gründete. Es ist bekannt für seine erstklassigen Weine, insbesondere den legendären Grange der auf dem historischen Magill Estate, auf dem wir die Führung durch den Weinkeller mit anschließender Verkostung buchen. Die Reben werden sowohl hier in Magill Estate am östlichen Stadtrand von Adelaide als auch im Barossa Valley, wo die hauptsächliche Weinverarbeitung stattfindet, angebaut.







Second Valley
Auf dem Campingplatz des nur wenige Gehminuten entfernten Second Valley Beach verbringen wir die Weihnachtstage. Der Platz ist bis auf ein paar Dauercamper und ein Wohnmobil leer, was uns etwas enttäuscht. Wir spazieren am kleinen aber schönen Strand und entlang der Felsen. Hier finden sich zurückgelassene Reste einer Verladerampe mit Gleisen zur inzwischen verfallenen Pier, die in früheren Tagen den Abtransport des hier angebauten Getreides ermöglichte. Das Wasser ist klar und aber durch den Wind ist es uns viel zu kühl um ins Wasser zu gehen.






Victor Harbor
Victor Harbor, welches 1837 gegründet wurde, liegt am Ende der Fleurieu-Halbinsel. Es war einst ein wichtiger Hafen für den Walöl-Export, bis die Walfangaktivitäten 1872 endeten. Der Cockle Train in Victor Harbor ist eine historische Touristenbahn, die entlang der ältesten stählernen Eisenbahnstrecke Australiens nach Goolwa, mit Dampflokomotiven und historischen Waggons, verkehrt. Die malerische Fahrt entlang der Küste ist ein nicht so häufiges Ereignis welches von einem privaten Verein organisiert und meist an Wochenenden und Feiertagen durchgeführt wird. Die privaten Organisatoren sind auch für den Erhalt der Strecke sowie der Loks und Wagons zuständig. Wir gelangen zufällig in den königlichen Wagon, in dem 1983 Prince Charles und Lady Diana fuhren. Ansonsten ist der Ort mit seinen Häusern viktorianischen Stils, beschaulich ruhig, denn die ereignisreichen Zeiten als der Ort noch ein Wirtschaftsstandort war, sind längst vorbei. In den ehrwürdigen Räumlichkeiten der Commercial Bank of Australia, bietet nun ein Tatoo Studio seine Dienste an.













Adelaide Hills
Bevor wir ins Barossa Valley fahren unterbrechen wir die Fahrt in den schönen Adelaide Hills. Am Onkaparinga River, in der Nähe des deutschen Orts Hahndorf, finden wir einen Stellplatz zur freien Übernachtung und verbringen einen ruhigen Tag im Schatten ausladender Bäume am größten Fluss Südaustraliens. Im Gegensatz zu den australischen Badegästen, finden wir das grau-braune Wasser nicht gerade einladend.



Nepenthe Estate
Nepenthe Estate wurde 1994 in den Adelaide Hills gegründet. Wir kehren dort zur Weinprobe im modernen und klimatisierten Verkostungsraum ein. Die Weine sind gut, reichen aber nicht an die Weine aus Südafrika heran. Die eigens dazu bestellte Käseplatte um 30 $ stellt sich als ein senflastiger Dip mit einer handvoll Kräcker und einer kleinen Ecke etwas betagtem nicht mehr so weichem Weichkäse aus dem Supermarkt raus. Welch eine Enttäuschung in diesem angenehmen Umfeld. Wir nehmen trotzdem eine Flasche Shiraz mit, welcher uns am nächsten Tag aber auch nicht mehr überzeugen kann, ggf. noch weitere nach zu kaufen. Wir sind ja erst am Anfang unserer Verkostungsreihe. Da finden wir mir Sicherheit noch besseres.


































