Western Australia
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Ankunft in Perth

Inzwischen war es Nacht geworden und mit Uber ließen wir uns ins gebuchte Hotel nach Perth bringen. Gerade noch rechtzeitig erreichten wir um viertel nach Acht das Hotel. Die Rezeption des Hotels war unbesetzt, wie die nächsten beiden Tage ebenfalls, aber die Hotelbar hatte noch bis 20:30 geöffnet. Schnell war das Gepäck ins Zimmer gebracht und das erste Bier an der Bar geordert. Freundlich wurden wir darauf hingewiesen, dass die Bar nun schließt und wenn wir uns auf der Terrasse aufhalten wollen, wir den etwas versteckten Seiteneingang nutzen müssen, um in unser Zimmer zu gelangen. Was wäre denn jetzt passiert wenn wir nur etwas später am Hotel angekommen wären, ohne australische SIM Karte und damit ohne die Möglichkeit jemanden zu verständigen ….?

Perth

Nachdem unser Hotel zentral gelegen ist, findet sich rasch ein Telstra-Shop um eine SIM Karte zu kaufen. So einfach wie in Singapur, wo wir die SIM inklusive der Registrierung mit einscannen des Reisepasses innerhalb von drei Minuten erledigt hatten, geht es hier nicht. Wir brauchen erstmal einen Termin, was heute sogar noch möglich ist, wie uns der freundlich herbeieilende Mitarbeiter versichert. In eineinhalb Stunden ist noch etwas frei. Die Räumlichkeiten hier sind groß, der Laden ist leer und schon bald am Nachmittag dürfen wir wieder kommen. Am vereinbarten Termin ging alles flott voran und wir können wieder mit der Welt in Verbindung treten.

Mit der Abholung unseres Wohnmobils klappt es erwartungsgemäß nicht so schnell, denn die Ankunft des Autofrachters war für Samstag, nach zweimaliger Verspätung, angekündigt. Am Wochenende wird im Hafen leiden nicht gearbeitet, so dass das Auto erst montags entladen werden kann. Wir nehmen uns einen Mietwagen und fahren ins nahegelegene Fremantle um die versäumte Unterschrift auf dem Carnet der Passage bei Anthony, unserem Speditions-Agenten vor Ort, nachzuholen. Hier erfahren wir, dass frühestens am Montag die Zollformalitäten erledigt werden können, dann muss das Ergebnis in den Computern des DOT (s.o.) eintragen werden, was bedeutet das vor Mittwoch nicht mit der Freigabe und Abholung des Fahrzeugs zu rechnen ist. Mit etwas Überredungskunst lässt sich ein Termin für Mittwoch 8:30 zur Abholung vereinbaren, wenn bis dahin das paperwork unseres Autos seinen Weg in die Rechner des Department of Transport gefunden hat.

Unser Hotel hatten wir nur für zwei Nächte gebucht, so dass ein weiterer Umzug anstand. Nur wohin, die meisten Zimmer in Perth und Fremantle waren ausgebucht. Ab 350€ die Nacht waren noch ein paar Zimmer zu haben. So fiel die Entscheidung uns ein Hotel in Bunbury, 160 Km südlich von Perth, zu suchen. Hauptsache raus aus der Stadt und aufs Land.

Bunbery

Das verlängerte Wochenende verbrachten wir in der netten Kleinstadt Bunbury, genossen den Pool und die kleine Terrasse unsers Apartments. Hier wurde uns erstmal wieder klar was Kleinstadt bedeutet: zwei thailändische Restaurants, eine Pizza-Sportsbar und sonst … nix. Vielleicht haben wir auch nicht alles gefunden. Die Restaurants am Hafen hatten grottenschlechte Bewertungen, so dass wir erst gar keinen Versuch machten, dort auf Nahrungssuche zu gehen. Nun ja, war trotzdem ganz nett man sollte nur keine hohen Erwartungen haben.

Einen Ausflug am Wochenende machten wir dann in die umliegende Weingegend und suchten einen  der vielen Wine Celler zur Weinprobe auf. Die Erwartungen von Stellenbosch und Cape Town sollte man hier nicht als Maß nehmen. Von einem Estate oder auch nur ansatzweise einem Keller zur Lagerung oder gar Weinverarbeitung keine Spur. Es ist mehr ein kurzes Tasting auf einer Holzterrasse mit einer raschen Erläuterung der fünf Verkostungsweine. Dabei wird der Wein in Kleinstmengen ins Glas gegeben, so dass es auch nach mehreren Verkostungen noch gefahrlos möglich sein soll mit dem Auto zurück zur Unterkunft fahren zu können. Wie umsichtig. Um überhaupt nur auf eine Geschmacksidee des angebotenen Weines zu gelangen, bestellte ich mir dann noch ein Glas Sauvignon Blanc Semilon, der sich als ganz lecker herausstellte, so dass eine Flasche für den abendlichen Genuss seinen Weg ins Auto fand.

Fremantle

Am Dienstag fuhren wir von Bunbury zurück nach Perth und buchten eine weitere Übernachtung, da die Abholung aus dem Hafen in Fremantle wie vermutet erst am Mittwoch möglich war. Am folgenden Tag um 8:30 konnte ich, unter den strengen Maßnahmen eines Zollhafens, d.h. mit namentlicher Anmeldung etc. und mit einem Mitarbeiter der lokalen Spedition das Auto unbeschädigt aus dem Hafen holen. Dabei trafen wir erwartungsgemäß Axel und Niklas, die ihr Auto am gleichen Tag wie wir in Bremerhaven abgegeben hatten, wieder.

Für Donnerstag Mittag 12:30 hatten wir den ersten freien Termin zur Car Inspection, beim westaustralischen TÜV erhalten. Bis dahin suchten wir einen Campingplatz in der näheren Umgebung von Fremantle und räumten endlich alle mit gebrachten Reiseutensilien in den Camper ein.

Zulassung mit Hindernissen

Bei der Car Inspection sollte alles flott und problemlos über die Bühne gehen, denn in der Woche vor der Verschiffung bestand unser Womo den deutschen TÜV problemlos und sogar mit Belobigung des Prüfers über den guten Zustand. Weit gefehlt, die australischen Anforderungen konnte unser Fahrzeug nicht erfüllen. Die Gelenklager der Vorderräder hatten zu viel Spiel nach oben und die Blattfedern sind viel zu schwach, hieß es vom Prüfer. Das wir zur Auflastung von 3.1t auf 3.5t eine Luftfederung seit 14 Jahren haben, fand der Prüfer nice to have aber nicht ausreichend. Heavy Duty Blattfedern müssen es sein, ansonsten gibt es keine Zulassung für den Straßenverkehr in Australien. Er nannte uns auch gleich Name und Adresse einer auf Auflastung spezialisierte Werkstatt. Die von mir ausgesuchte Nissan Garage verwarf er mit dem Kommentar, dass die keine Ahnung haben 😉. Erst für Montag bekamen wir einen Termin zur Reparatur, denn es müssen die neuen Teile auch erst geliefert werden. So fuhren wir unverrichteter Dinge wieder zurück auf den Campingplatz, verlängerten unseren Aufenthalt um vier weitere Tage, was erstmal ein großes Problem war. Fully booked, das magische Wort in Australien. Es fand sich dann doch ein Not-Stellplatz, der genau betrachtet der schönste des gesamten Campsites war, da er am Rand gelegen und doppelt so groß wie alle anderen war. Glück im Unglück, soweit man von Unglück sprechen kann, denn wenn die Lenklager defekt sind, droht uns sogar der Verlust des ganzes Rads. Das brauchen wir ganz bestimmt nicht. Die stärken Blattfedern sind bestimmt von Vorteil für den Fahrzeugrahmen. Der Nachteil an der Geschichte ist, dass das Fahrzeug nun deutlich härter gefedert ist, was bedeutet dass die Schlaglöcher bzw. die Schläge bei Wellblechpisten verstärkt in unseren Wirbelsäulen ankommen und dass das Auto dadurch 16 Kilogramm schwerer ist ☹.

Rottness Island

Nach der Abgabe des Nissans bei der Werkstatt lassen wir uns mit Uber am Dienstag Morgen zur reservierten Fähre nach Rottness Island bringen. Die Überfahrt dauerte nur eine halbe Stunde. Nach einem kurzen Frühstück auf der Insel ging es mit den Mieträdern zu den nahegelegenen Stränden. Allesamt sind gut besucht und ins Wasser wird, wegen den Haien, auch nur bis zum Bauchnabel gegangen. Ein wunderschöner, sonniger und heißer Tag auf dem Mietfahrrad. Schatten gab es leider keinen, so dass wir froh waren mit der Nachmittagsfähre zurück aufs Festland zu kommen.

Nach der Rückkehr von der Insel geht es mit Uber sofort zurück in die Werkstatt. Die neuen Blattfedern und der Radaufhängung sind eingebaut. Am nächsten Mittag ist auch die Car Inspection erfolgreich gemeistert. Nur die Fahrerlaubnis zieht sich, da der Bericht der Inspection anstelle von 2 bis max. 5 Stunden, ganze 23 Stunden benötigt um im Server der DOT gespeichert zu werden und somit für die Zulassungsstelle im Zugriff zu sein. Somit vergeht ein weiterer Tag mit warten. Am nächsten Morgen wurde die bei der Prüfstelle erstellte Kopie des Carnet de Passage nicht mehr gefunden. Dankenswerterweise wurde ein von mir per email gesendetes Foto des Carnets akzeptiert. Bis zur Eintragung vergingen wieder Stunden, die wir im Warteraum der Zulassungsstelle verbrachten. Und endlich – man glaubt es kaum – können wir mit einer australischen Fahrerlaubnis inkl. der Haftpflichtversicherung völlig legal in Australien fahren, nachdem wir ca. 200 Kilometer in Fremantle und Perth zwischen Inspection, Werkstatt und Campingplatz ohne die selbige fuhren. Nachdem nun wirklich alle Einbauten, inkl. neuer Stoßdämpfer vorne, erledigt sind, kann unsere Reise beginnen und es geht sofort in den Süden, vorbei an Bunbury welches wir bereits kennen.

Cape Naturaliste

Früh morgens um 6 Uhr brechen wir zum Cape Naturaliste auf, da der Wetterbericht ab neun Uhr bereits wieder Wolken und ggf. auch Regen vorhersagt. Glücklicherweise trifft beides nicht zu. Zumindest bis Mittag ist freundlicher Sonnenschein und wir wandern noch vor dem Frühstück um das Cape. Auf dem Rückweg geht es auf gepflegten Wanderwegen durch die Machia, die auch sehr viele Fliegen anzieht, was ein leidiges Problem an der gesamten Westküste, zumindest wenn es warm ist, darstellt. Nur kräftiger Wind, wie direkt am Kap, hält uns die Biester vom Leib.

Nach einem ausgiebigen Frühstück und der Besichtigung des strahlend weiß gestrichenen Leuchtturms am Cape Naturaliste kehren wir gegen Mittag in den Cherubino Celler zu einer Weinverkostung ein.

Prevelly

Wir fahren in den südwestlichen Teil nach Prevelli, welches auf Höhe von Magret River am Meer liegt. Hier stehen wir wunderschön auf einer Wiese unweit vom rauen Meer. Zahlreiche wave surfer sind draußen in eiskaltem Wasser wobei auch hier Haie keine Seltenheit sind, denn vor kurzem wurde hier an diesem beliebten Surfspot einem Surfer ins Brett gebissen. Der Surfer selbst kam mit dem Schrecken davon. Wir lassen es erstmal ruhig angehen. Vorsichtig wie andere Badende auch, gehe ich immer nach verdächtigen Dreiecken auf dem Wasser suchend zur Abfrischung kurz ins Meer. Ein entspanntes Schwimmen sieht anders aus.

Magret River und Voyager Estate

Magret River ist ein kleiner beschaulicher Ort mit einer verdammt guten Bäckerei und zahlreichen weiteren Shoppingmöglichkeiten. Das Voyager Estate fanden wir im Internet und fühlten uns sofort angesprochen, da es im kaphollänischen Stil gebaut ist. Leider war die Verkostung nur am Tresen möglich, was uns so gar nicht gemütlich erschien. Dann lieber ein gutes Glas Sauvignot Blanc im Garten genießen und es dabei belassen. Wir kamen ja wegen dem schönen Estate, denn guten neuseeländischen Weißwein haben wir bereits gebunkert. Dan Murphie’s bestens sortierte Liquor Stores sind ein steter Quell der Freude.

Statt wie geplant weiter in den Süden zu fahren, verbummeln wir den sonnigen Tag zwischen Strand und dem urgemütlich Campingplatz in Prevelli, denn für die nächsten Tag ist Bewölkung mit Schauern angesagt. Da lässt sich dann immer noch Zeit mit Fahren im Auto verbringen.

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