Zentral-Tasmanien
Zentral-Tasmanien

Zentral-Tasmanien

Etwa in der südlichen Mitte Tasmaniens liegen einige des beliebtesten Nationalparks Tasmaniens wie u.a. der Mt. Field Nationalpark.

Mount Field NP

Etwas mehr als eine Stunde westlich von Hobart gelegen liegt der Mount Field Nationalpark, in den Central Highlands von Tasmanien. Er ist ist einer der ältesten Nationalparks Tasmaniens und wurde 1916 gegründet. Das Gebiet um die Russells Falls steht als erstes Naturschutzgebiet Tasmaniens bereits seit 1885 unter Schutz.

Die Russell Falls gehören zu den schönsten und bekanntesten Wasserfällen Tasmaniens. Sie sind daher ein beliebtes Ausflugsziel im Mount Field Nationalpark, denn auch viele Familien können diese Tour mit Kindern machen. Der schattige Weg schlängelt sich vorbei an riesigen Eukalyptus- und Farnbäumen, deren tatsächliche Größe bzw. Durchmesser der Stämme sich erst richtig im Vergleich mit der Körpergröße einschätzen lässt.

Nachdem wir uns über den Weg am Park Office informiert haben, steht der gemütlichen Wanderung ohne viel Höhenmetern nichts mehr im Wege. Die Russel Falls sind in nur ca. 20-30 Minuten Gehzeit vom Visitor Center erreicht. In mehreren Kaskaden fällt das Wasser 50 Meter in die Tiefe, umgeben von Myrten und wunderbaren Farnbäumen. So zart wie die Farnblätter, wirken auch die Wasserschleier an den fast schwarzen Felsen.

Vorbei an riesigen entwurzelten Baumstämmen führt, teilweise auf Holzstegen, der sehr gut angelegte Wanderweg durch den Tall Tree Circuit. Zum Teil liegen von vergangenen Feuersbrünsten ausgehöhlte Bäume im Unterholz und sind so stumme Zeugen vergangener Katastrophen. Moose und Flechten überwuchern zart die rauen Baumstämme.

Unweit der Russel Falls sind die viel kleineren Horseshoe Falls. Auch wenn sie deutlich kleiner als die vorherigen Wasserfälle sind, liegen ebenfalls schön eingebettet in eine üppig grüne Natur und bilden, wie der Name der Fälle schon sagt, eine Hufeisenform.

Und zu guter Letzt tauchen, die ca. 40 bis 60 Minuten von den Horseshoe Falls entfernten, Lady Barron Falls auf. Es sind die dritten und letzten Wasserfälle dieses wunderbaren Rundweges, bevor es weiter auf dem nun breiteren Weg zurück zum Startpunkt am Visitor Center geht.

Lake Dobson

Der Lake Dobson ist ein auf 1000 Meter gelegener Bergsee, der über eine Schotterstraße erreichbar ist. Auf dem Pandani Grove Rundweg lässt sich der See mit seiner einzigartige Flora der grasbüschelartigen Pandani-Pflanzen in vierzig Minuten umrunden. Von dem im Park beheimateten Schnabeltieren und Tasmanische Teufeln sehen wir erwartungsgemäß nichts, da es sich um recht scheue Tiere handelt.

Port Arthur Lavender Farm

Die Lavendel Farm ist ein beliebtes Ausflugsziel auf dem Weg nach Port Arthur. Die Felder mit Lavendel liegen von der Straße etwas versteckt hinter Büschen sowie vor dem Cafe bzw. Shop. Produkte aus eigenem Anbau wie ätherische Lavendelöle, -seifen und -honig stehen zum Verkauf. Ein künstlich angelegter Wasserspeicher passt genau in die idyllische Umgebung.

Port Arthur

Port Arthur liegt auf der Halbinsel etwa 80 km südöstlich von Hobart. Von 1833 bis in die 1850er Jahre war es der Ort, an den Großbritannien diejenigen Sträflinge mit den höchsten Strafen schickte. Von den etwa 75.000 Gefangenen die von England nach Tasmanien deportiert wurden gelangten ca. 12500, als auch aufsässige Häftlinge anderer Gefängnisse, hierher. Die Halbinsel, auf der Port Arthur liegt, ist von der Tasmansee umschlossen. Nur eine sehr schmale Landbrücke verbindet diese mit dem Festland. Das Gefängnis galt als „Hölle auf Erden“.

Man setzte in Port Arthur statt auf körperliche Züchtigung auf mentale Bestrafung. So waren zahlreiche Insassen bis zu 23 Stunden am Tag in ihren Zellen eingesperrt. Während der einstündigen Pause durften sie nicht miteinander reden, sich noch nicht einmal sehen. Wer seine Zelle verließ, dem wurde eine Kapuze über den Kopf gezogen oder Masken versperrten die Sicht. Die schlimmsten Straftäter wurden tagelang in stockdunklen Zellen in Isolationshaft eingesperrt. Psychisch gestörte Täter wurden bis zum Tod im „Asylum“ verwahrt.

Das markante vierstöckige Gebäude, The Penitentiary, ein ehemaliges Getreidelager und Mühle, wurde 1853 zur Unterkunft für 484 Gefangene umgebaut. Es prägt bis heute das Hafenbild. Wer in Port Arthur einsaß, musste meist körperliche Schwerstarbeit verrichten, denn unter Leitung von Kommandant Booth wandelte sich der Ort in eine Arbeitsanstalt in der Häftlinge Schiffe, Ziegel und Kleidung produzierten. Schwerkranke und Alte wurden auf die nahe gelegenen Isle of the Dead gebracht. Die Toteninsel ist nur mit einem Boot erreichbar. Die Gefangenen landeten dort in Massengräber, die Aufseher und deren Familienangehörigen in Einzelgräber mit beschriftetem Grabstein.

Tasmanischer Teufel

Der nachtaktive Tasmanische Teufel, auch Beutelteufel genannt, lebt nur noch auf Tasmanien und gehört zu den größten fleischfressenden Beuteltieren. Die Zähne sind, vergleichbar mit denen von Krokodilen, sehr kräftig und ideal dafür geeignet Knochen zu brechen. Die Tiere fressen schlichtweg alles, angefangen von Haaren, Knochen und natürlich Fleisch und Aas von Wallabys, Schlangen, Vögel, Wombats aber auch Haustiere wie Schafe.

Ähnlich wie beim Wombat kann die Mutter nicht mit den Jungen interagieren, da der Beutel nach hinten geöffnet ist. Die Jungtiere im Beutel entwickeln sich sehr schnell. Am 90. Lebenstag ist die Fellentwicklung abgeschlossen. Etwa am 100. Lebenstag lockern sie ihren Halt an der Milchdrüse und verlassen das Muttertier. Anders als bei Kängurus kehren junge Beutelteufel nicht wieder in den Beutel zurück, sondern verbleiben die nächsten drei Monate im Bau der Mutter.

Wie nutzten die Gelegenheit im ‚Unzoo‘, einem Zoo ohne die üblichen Maschendrahtzäune, auf dem Weg nach Port Arthur um die wohl bekanntesten Tiere Tasmaniens zu sehen. Dreimal täglich wird eine presentation, was letztendlich nichts anderes ist, als eine Fütterung, angeboten. Sobald einer der Teufelchen Aas oder Fleisch riecht, was er laut den Erläuterungen bis auf 4 Kilometer können soll, kommt er aus seiner Behausung oder dem Buschwerk unter dem er tagsüber schläft. Neben den kleinen Teufelchen sind Kängurus und Vögel im Park bzw. bei Fütterungen zu sehen.

Tasman National Park

Nach dem Besuch der Gefängnisstätte und der Tierbeobachtung lassen wir den Tag in einer reizenden Bucht im Tasman Nationalpark ausklingen. Es nicht weit zu fahren bis der Campingplatz auf guter Gravel Road erreicht ist. Zur Anmeldung sind wir wieder einmal zu spät, da der Visitor Service Point bereits um 4 Uhr nachmittags seine Pforten schließt und wir genau um 15 Minuten zu spät ankommen. So tragenwir uns für den nicht buchbaren overflow campsite No. 23 ein, zahlen am Automaten mit Angabe des Kennzeichens und alles ist gut. Es ist ein ruhiger Platz um die doch befremdlichen Eindrücke des Tages, die wir in Port Arthur hatten, zu verdauen.

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