Voller Erwartung steuern wir auf das Great Barrier Riff und die Whitsunday Inseln zu. Airlie Beach, oft als das Tor zu den Pfingstsonntagsinseln bezeichnet, liegt etwa 30 Kilometer östlich des Bruce Highways auf dem wir seit Tagen gen Norden fahren um endlich dem tropischen Queensland näher zu kommen. Die Campingplätze für die nächsten drei Tage sind vorsichtshalber voraus gebucht, da es keine Ausweich Campingplätze im Nationalpark oder auf Farm stays in der näheren Ugebung gibt.

Airlie Beach
Airlie Beach ist ein beliebter und quirliger Ort der zwischen den Hügeln des Conway Nationalparks und dem Ozean, rund 600 Kilometer südlich von Cairns liegt. Er gilt als das Haupteingangstor zu den Whitsunday Inseln, die tausende von Touristen jedes Jahr besuchen. Im Ort gibt es unglaublich viele Reisebüros die täglich Flug-, Segel- und Schnorchel- bzw. Tauchtouren vermitteln. Die vielen jungen work-and-traveler halten mir ihrer ansteckenden Freundlichkeit das Ganze am laufen. Für die Gastronomie und Freizeitunternehmen sind es willkommene und vor allen Dingen kostengünstige Angestellte. Eine große, künstliche angelegte öffentliche „Lagune, mit Schatten spendenden Segeln überdacht, liegt direkt am Küstensaum und eignet sich zum sicheren Schwimmen, insbesondere für Kinder. Die warmen Temperaturen und der tropische Flair des kleinen Ortes durch die vielen Palmen passen genau zu unseren Erwartungen.
Wir checken im Nomad Campingplatz, inmitten des Ortes ein. Perfekt gelegen können wir endlich, ohne das Womo nutzen zu müssen, vor Ort Ausflüge buchen und uns für Ausflüge abholen lassen, sowie abends in Restaurants und in Bars gehen. Erstaunlicherweise sind die Tickets hier in den Reisebüros ca. 15% günstiger als im Internet und man bekommt eine sowohl freundliche als auch ausführliche Beratung gratis dazu. Abends wird meist Live Musik angeboten, wie auch im ‚The Pub‘ des Airlie Beach Hotels. Die Musik und die leckeren Cocktails locken uns nicht nur einmal hierher.
Flug übers Great Barrier Riff
Die Whitsunday Inseln liegen inmitten des großartigen Great Barrier Riffs. Die tropische Inselgruppe besteht aus 74 Inseln, davon sind Hamilton Island, Hayman Island & Daydream Island bewohnte Inseln mit luxuriösen Resorts. Auf unserem Flug verschaffen wir uns erstmal einen Überblick über einen geringen Teil des 344.400 Quadratkilometer großen Great Barrier Riffs. Das Motorflugzeug startet von dem kleinen Airport in Airlie-Beach zu einem einstündigen Flug über die Whitsunday Inseln und naheliegende Teile des Great Barrier Reef. Unsere asiatische Pilotin fliegt bis zum Heart Reef, dem Highlight dieser Inselflüge welches auf keinem Flug fehlen darf und umrundet es wechselweise damit es auch alle Passagiere ausgiebig sehen können.


Great Barrier Reef
Das Great Barrier Reef vor der Nordostküste Australiens erstreckt sich über mehr als 2.300 Kilometer entlang der Küste von Queensland und ist das größte Korallenriffsystem der Erde. Es besteht aus über 2.900 Einzelriffen und rund 900 Inseln und ist größer als Italien. Das berühmte Heart-Reef, ein Korallenriff in Herzform fand 1975 ein Pilot von Air Whitsunday. Es liegt weit draußen im outer reef und sieht wirklich unglaublich aus.
Bootsausflüge
An beiden Tagesausflügen bringt uns ein Katamaran an den Whitehaven Beach. Vorbei an gewaltigen Granitblöcken die umgeben von grünem Urwald den Wellen standhalten, erreicht das Ausflugsboot die Insel Whitehaven, später geht es weiter zum Schnorcheln. Der erste Landgang führt zum lookout mit Blick auf den Inlet Hill. Dieser Ausblick ist das Bild schlechthin von den Whitsunday Inseln welches ich und vermutlich Millionen andere auch mit sich tragen. Leider war der Wasserstand beim ersten Ausflug zu niedrig und aufgrund der Wolken fehlte die verführerische türkise Färbung des Wassers.
Beim zweiten Ausflug jedoch, zwei Tage später, erreichen wir wieder den gleichen Aussichtspunkt, diesmal aber mit deutlich mehr Wasser, bestem Licht und auch viel mehr Zeit wie beim ersten Mal. Denn dieser größere Katamaran pflügt mit viermal 300 PS starken Motoren durchs Meer. Er ist deutlich schneller und dadurch bleibt mehr Zeit für den Landgang als auch für zwei anstelle eines Schnorchelstopps. Zudem ist der Ablauf des Ausflugs diesmal deutlich besser strukturiert, was Zeit spart. So haben wir beim zweiten Ausflug für den Aufenthalt am Whitehaven Beach nun zwei Stunden anstelle von zwanzig Minuten Zeit um zu fotografieren und zu schwimmen. Zudem ergänzen sich die beiden Ausflüge perfekt durch die unterschiedlichen Landgänge und Schnorchel-Stopps.
Whitehaven Beach – Südseite
Der weiße Traumstrand auf der Hauptinsel Whitsunday Island erhält seine Farbe durch reinen Quarzsand, der nicht heiß wird 😊. Etwas südlich der Strandmitte gibt es einen Aussichtspunkt mit drei Terrassen auf den Hill Inlet wo Ebbe und Flut ein atemberaubendes Muster aus türkisem Wasser und weißem Sand formen. Wir sind gleich zweimal an diesem unglaublich schönen Lookout. Beim ersten Ausflug ging es nach dem obligatorischen Hill Inlet lookout an die Nordseite des Whitehaven Beaches. Von dort ist es möglich 15-20 Minuten zu einem weiteren Aussichtspunkt auf einen Hügel zu wandern.


Wihtehaven Beach – Nordseite
Bei der zweiten Tour folgen wir dem Pfad durch den Wald nach links zu Betty’s Beach. Ein weißer Traumstrand wie es nur ganz wenige auf der Welt gibt, den wir berreits vom Inlet Hill aus sehen konnten, empfängt uns nun puderfeiner Sand. Nicht umsonst ist Whitehaven Beach häufig auf Platz 1 der jährlichen weltweiten Beach Rankings vertreten. Selbst wenn der Sand nass ist, bleibt er weiß, was an den meisten Stränden nicht der Fall ist. Durch den hohen Anteil an Ausscheidungen von Papageifischen und den extrem hohen Quartzgehalt von nahezu 99 % gilt er als einer der „weißesten“ Strände der Welt.
Schnorchelausflüge
Für die Schnorchelausflüge werden wir, mit Neopreanzügen ausgestattet und nach genauen Anweisungen, mit dem Dingi in Riffnähe gebracht und auch wieder eingesammelt, da der Katamaran nicht so nahe ans Riff fahren kann. Das auf – und abfahrende Schlauchboot dient gewisserweise auch dem Schutz der Schnorchelnden, da es in diesen Gewässern laut Aussage der Bootsmanschaft auch Gelb- bzw. Zitronenhaie gibt.
Die Korallen sind wunderschön anzusehen und wirken nicht sehr von der Korallenbleiche geschädigt. Leider gibt es nicht so viele Fische zu sehen wie es zu erwarten war. Beim zweiten Ausflug schnorcheln wir an anderen Plätzen weiter außerhalb und sehen nun mehr als auch etwas größere Fische, die aber schnell abtauchen sobald sie sich beobachtet fühlen.
Sunset Segeltörn
Nachdem ich mit dem ersten Schnorcheltrip wettermäßig nicht so ganz zufrieden war, entstand die Idee den Insel- und Schnorchelausflug am kommenden Tag zu wiederholen. Der morgige Ausflug musste, damit es nicht eine reine Wiederholung des vergangenen Trips wird, sorgfältig ausgewählt und besprochen sowie der Camping Stellplatz verlängert werden. Alles dauert irgendwie ewig und bis wir uns umdrehen ist es Nachmittag. Der Tag ist gefühlt am Ende, aber ohne ein richtiges Highlight. So wird noch ‚rasch‘ nach einem Sunset Segeltörn gesucht. Nahezu alles ist ausgebucht aber letztendlich klappt es doch noch. Nur zu fünft plus dem Skipper und seiner Helferin segeln, d.h. zunächst noch mit Motor angetrieben, fahren wir rechtzeitig aus dem Hafen. Es wurde ein krönender Tagesabschluss mit Sekt und Snacks auf der Segeljacht von Paul und seiner netten Assistentin Amanda aus Costa Rica mit herrlichem Sonnenuntergang.






































































































