Zweiter Teil der Reise
Zweiter Teil der Reise

Zweiter Teil der Reise

Nach drei Monaten Heimaturlaub, erreichen wir mit einem Zwischenstopp in Kuala Lumpur am frühen Morgen Sydney, holen unseren Camper mit einem Mietwagen vom Flughafen aus dem ‚Winterschlaf‘ und starten vom Coledale Beach, an dem der erste Teil der Australienreise endete, in die neuen Abenteuer.

Coledale Beach

Der Coledale Beach Camp ist zu einem unserer Lieblingscampingplätzen geworden. Klein, dafür direkt am Meer gelegen bietet er mit großer Wiese und freiem Blick soweit das Auge reicht, alles was wir an einem Stellplatz brauchen. Die malerischen Sonnenaufgänge sind einfach unglaublich.

Three Sisters

Die Three Sisters sind Sandsteinformationen in den Blue Mountains und liegen unweit der Stadt Katoomba, rund 110 Kilometer westlich von Sydney. Sie gehören zum UNESCO-Weltnaturerbe und ragen über dem tiefen Jamison Valley auf. Die für tiefe Schluchten und spektakuläre Sandsteinfelsen bekannten Blue Mountains verdanken ihren Namen dem bläulichen Dunst aus verdunstenden Eukalyptusölen.

Um bei Sonnenaufgang vor Ort zu sein, reisen wir bereits am Vorabend an, übernachten in der Nähe und fahren frühmorgens auf den noch nahezu leeren Parkplatz der Drei Schwestern Felsformation. Das frühe Aufstehen hat sich sich für den wahrlich fantastischen Sonnenaufgang am Echo Point gelohnt. Minutenschnell verändert sich der Himmel und die Färbung der Felsformationen mit dem Aufgang der Sonne.

Nach einem wohlverdienten und ausgiebigen Frühstück, wandern wir zunächst zu den nahegelegenen Katoomba Falls bevor es auf die andere Seite der Schlucht zur Scenic World mit ihren Attraktionen geht. Hier wartet die Scenic Skyway, eine Seilbahn mit Glasboden, die 270 Meter über dem Tal schwebt. Wegen des starken Windes fährt die Gondel nur bis zum Wasserfall, d.h. etwas mehr als die Hälfte der möglichen Strecke und kehrt dann an den Ausgangspunkt zurück. Im Anschluss geht es mit der Scenic Railway weiter. Es ist der steilste Personenzug der Welt, denn er fährt immerhin mit einer Neigung von 52 Grad 310 Meter in das Tal. Die Bahn wurde in den 1880er Jahren für den Kohle- und Ölschiefer-Bergbau konstruiert, um diese Bodenschätze aus der Talsohle des Jamison Valley noch oben zu transportieren. Von hier wandern wir auf Boardwalks den Scenic Walkway unter uralten riesigen Bäumen auf einem Rundweg, bis es mit der blauen Cableway, einer großen Kabinenseilbahn, für die Fahrt nach oben zurück ins Besucherzentrum und zum Parkplatz geht.

Port Stephans Bay

Den Campingplatz wählen wir quasi notgedrungen, obwohl Übernachtungen am Strand erlaubt sind, da die Zufahrt an den Strand zwar für Offroader möglich ist, aber sehr lange tiefsandige Passagen hat, für die unser Nissan mit seiner schweren Kabine nicht geeignet ist.

Fingal Bay

Fingal Bay ist ein malerischer Küstenort in der Region Port Stephens, der für seinen Surfstrand und die Fingal Spit, einer Sandbank zur vorgelagerten Insel, bekannt ist. Die Sonne wechselt sich im Minutentakt mit rasch aufziehenden Wolken ab.

Port Macquarie

In Port Macquarie, einem netten Ort an der Küste halten wir uns wegen des unbeständigen Wetters nicht lange auf. Pelikane und Surfer trotzen dem nasskalten Wetter während wir noch am gleichen Tag weiter in den Hat Head Nationalpark fahren, an dem wir für zwei Tage übernachten.

Hat Head National Park

Die Küstenregenwälder und Süßwassersümpfe des Hat Head National Parks bieten Lebensraum für viele Vogelarten. Es gibt freie Zeltplätze nahe am Strand und Wanderwege durch die Dünenlandschaft zu Lookouts. Einer dieser Lookouts stellt sich jedoch als fast vollständig zugewachsen heraus, so dass man nur in drei Meter entfernte Büsche blicken kann. Dafür gibt der Hin- und Rückweg immer wieder den Blick auf die doch ansehnlich hohen Sandünen frei. Der Stellplatz ist eine große, von Bäumen umgebene Wiese, mit einigen Buchten für Camper Vans oder Zelte. Toiletten sind wie immer auf diesen kommunalen Stellplätzen vorhanden und wieder sehr sauber.

Bellingen

Um in den Dorrigo Nationalpark zu gelangen, führt die Strecke durch den beschaulichen Ort Bellingen. Die kleinstädtische, koloniale Atmospähre lässt uns nach der weiten Anfahrt eine Pause einlegen. Erstaunlich wie dieser Ort seinen historischen Charakter mit den kleinen Geschäften, Metzgerei und sogar einem schweizer Cafe mit eigener Bäckerei, beibehalten hat.

Dorrigo Nationalpark

Der Dorrigo Nationalpark gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe der Gondwana Regenwälder und ist für seinen alten subtropischen Regenwald bekannt. Eingebettet in eine geschützte Naturlandschaft, wie sie vom „Skywalk“-Aussichtssteg zu sehen ist sowie zahlreichen spektakulären Wasserfällen, bietet der private Campingplatz einen guten Ausgangspung für die geplanten Ausflüge in den Nationalpark. Unmittelbar neben dem Zugang zu den Danger Falls ist der private Campingplatz, dessen Wiese dementsprechend aufgeweicht und von den Fahrzeugen durchpflügt aussieht. Blos nicht ausrutschen!

Die Danger Falls, ein ca. 30 Meter hoher, frei stürzender Wasserfall, liegen nur zwei Kilometer nördlich der Stadt Dorrigo.

Neben dem Nationalpark Info Center beginnt der Skywalk, was sich als ein kurzer, d.h. ca. 30 Meter langer Steg am Hang herausstellt. Wir dachten eher an einen Baumwipfelpfad wie wir es auf Tasmanien hatten. Vor dort hat man zumindest einen guten Ausblick auf die unter und vor einem liegenden Wälder des Nationalparks. Die Christal Falls hingegen sind weitaus interessanter als der Skywalk. Ein 3 1/2 kilometerlanger Bordwalk führt durch dichten Regenwald. Zwichendurch verirren sich sogar Sonnenstrahlen durch das dichte Laubwerk. Der Weg führt am Ende auf klitschig nassen Felsen, bis hinter den Schleierwasserfall.

Red Cedar Falls

Am nächsten Morgen ist die Erkundung der Red Cedar Falls angesagt. Der Waldweg ist teilweise steil und rutschig, da es nahezu die ganze Nachte regnete. Wir hätten uns doch mehr Zeit für den Aufbruch lassen können, denn die Sonne scheint noch nicht ganz über den Felskamm, so dass der Wasserfall als wir ankommen und auch geraumen Wartezeit, hartnäckig im Schatten bleibt.

Waterfall Way

Zu den 50 Kilometer entfernten Ebor und Wollomombi Falls geht es auf dem Waterfall Way in den Guy Fawkes River National Park. Die Ebor Falls sind ein zweistufiger Wasserfall über dessen Basaltfelsen das Wasser in eine tiefe Schlucht stürzt. Die nur wenige Kilometer entfernten und äußerst eindrucksvollen Wollomombi Falls sind mit einer Fallhöhe von rund 220 Metern der zweithöchsten Wasserfall in Australien.

Diggers Camp

Auf dem Campingplatz des Yuraygir Nationalparks finden wir zum Glück noch einen freien Stellplatz, ohne dass wir gebucht haben. Die vorausgegangene Nacht verbrachten wir auf einem freien Stellplatz ganz in der Nähe, aber mit Blick ins Gebüsch und nicht auf’s Meer. Auf diesem herrlichen Platz nahe dem Ort Diggers Camp verbringen wir die nächsten drei Tage mit unverstelltem Blick auf die Küste und den Pazifik. Dieser kleine aber so gemütliche Stellplatz der Nationalparkbehörde mit wenig Campern entspricht genau unseren Vorstellungen. Mit netten australischen Nachbarn ist trotz gewisser Kälte gute Unterhaltung abends am Lagerfeuer garantiert. Auch dass es drei Tage am Stück herrlichsten Sonnenschein gibt, was zu täglichen Küstenwanderungen einlädt, genießen wir aus vollen Zügen.

Die ungewöhnlichen Pandanus Palmen aus der Gattung der Schraubenbaumgewächse, haben es mir angetan. Sie erinnern ein wenige an Yukka, sind aber nicht verwandt. Die großen ananasähnlichen Früchte bestehen aus vielen harten Segmenten die, sofern sie reif sind, gelb bis rot werden und sogar essbar sein sollen. Man muss ja nicht alles probieren 😉

Die felsige Küstenlandschaft ist nah und bei Ebbe gut zu erkunden. In den flachen Sandbuchten hat das Wasser angenehme Temperaturen und erscheint mir Hai-safe zu sein. Gewissheit hat man jedoch erst hinterher. Der Sog der Ebbe ist bei dem Niedrigwasser ausgesprochen gering, so dass auch davon keine Gefahr ausgeht. So schwimme ich endlich mal wieder im Meer.

In den Wilsons Headland lässt sich der Coastal Track im Yuraygir Nationalpark gut wandern und wir folgen dem Pfad mit malerischen Ausblicken auf den Pazifik. Hin und wieder lassen sich kurz Buckelwale sehen. Meist ist aber nur die Sprühfontaine zu erkennen, denn die Wale sind weit draußen auf dem Meer.

Der auch nach Tagen des Sonnenscheins nicht wirklich vermissste Regen, begann heute Nacht hörte am Morgen auf. Für die kommenden Tage ist wieder Schlechtwetter angesagt. Doch bevor wir diesen wundervollen Strand verlassen um weiter gen Norden zu fahren, wandern wir ein letztes Mal bei Ebbe auf den vom Wasser freigelegten Felsen.

Noosa North Shore

Das Wetter wird noch weitaus schlimmer als angenommen. Bei heftigem Regen spulen wir Kilometer um Kilometer ab, doch die Hoffnung auf besseres Wetter weiter nördlich erfüllt sich leider nicht. So ausdauernden und heftigen Regen hatten wir bislang noch nie in Australien.

Aus diesem Grund lassen wir die Byron Bay sowie den Lammington Nationalpark mit seinen bekannten Wasserfällen leider ausfallen. Strömender Regen tagsüber und heftige Schauer und Gewitter abends, da will niemand ins Gebirge zum Wandern. Aus diesem Grund ‚fliehen‘ wir gen Norden nach Noosa und halten uns auch in Brisbane nicht weiter auf.

Das Noosa Shire wird unsere erste Station im für uns neuen Bundesstaat Queensland. Hier auf der Insel die wir nur mit einer Fähre erreichen, bläst der Wind erstmal heftig. Zumindest trocken und meist sonnig, wenn auch sehr kühl, es ist.

Noosa Heads

Etwa zwei Autostunden nördlich von Brisbane liegt der bekannte Badeort Noosa Heads. Da heute Farmer Market wie jeden Sonntag ist, nutzen wir die Gelegenheit um über den kleinen Markt, mit der Hoffnung leckeren Honig kaufen zu können, zu schlendern. Der erste Imker lässt uns nichts probieren, dann kaufen wir auch nicht. Kurz vor dem Marktausgang haben wir Glück, können wie gewünscht verkosten und tragen nun leckeren Imkerhonig nach Hause, d.h. ins Wohnmobil. Der Ort ist bekannt für den geschützten und viel genutzten Main Beach, mitten in der Stadt, als auch für die elegante Flaniermeile Hastings Street. Hier gibt es reichlich Gelgenheit sein Geld in Kleidung, Kaffee oder lecker Eis zu tauschen. Eine entspannte und freundliche Atmosphäre lädt zum Schlendern ein. Das Touristoffice hält informative Broschschüren bereit und gibt gute Empfehlungen für kurze sowie längere Wanderungen. Die zentrumsnahen Parkplätze sind großzügig auf 4 Stunden limitiert, was uns für einen ausgiebigen Stadtbesuch sehr entgegen kommt. Die modernen Villen am Fjord in Stadtmitte machen einen gediegenen, wenn auch teueren Eindruck. Der Wohlstand der durch Tourismus entstand, ist nicht nur an den eleganten Villen und Ferienhäusern ersichtlich, auch die Cabrio- und Porschedichte ist weitaus höher als im übrgien Land – Sydney mal ausgenommen.

Auch heute, als wir zur Wanderung am Coasal Walk aufbrechen, sind die vier Stunden Parkzeit ausreichend. Denn die unerwarteten Wolken die urplötzlich aufziehen, halten keine so lange Zeit durch ohne sich ihre Ladung zu entledigen. Schön ist der Wanderweg entlang der Küste trotz Wolken allemal, bis der Schauer durch ist. Danach ist der Himmel strahlend blau und entlang des Weges entdeckt man bei Sonnenlicht gleich viel mehr als auf dem Hinweg. Knorrige Bäume im schattigen Wald, bizarre Palmen die sich an die steilen Felsen klammern sowie wagemutige Surfer, denn sie surfen entlang der rauhen Felsküste, fordern unser Aufmerksamkeit.

Für den Abend findet sich nach knappen 100 Kilometern in Richtung Norden ein freier Campingplatz an einem abseits des Highways gelegenen See. Diese Art der Campsites sind meist gut besucht und ohne Buchung, dafür mit etwas Glück, zu haben.

Ausblick auf Fraser Island

Wir freuen uns schon auf die Offroad Pisten von Fraser Island. Zunächst gibt es jedoch noch ein paar adminstrative Hürden zu meistern.
Mit unserer Telstra Netzverbindung, mit der wir bislang sehr zufrieden waren, konnten wir zwar einen campsite auf Fraser Island bei der Nationalparkverwaltung buchen, aber trotz vielfacher Versuche kein Permit für unser Auto. Dies ist aber Voraussetzung für die Überfahrt auf die Insel und wird beim Check-In auf die Fähre überprüft. Auch der Dame im Büro der Nationalparkverwaltung, die ich um Unterstützung bei der Buchung bat, gelang dies nicht.

Aber dank der flinken und lieben Hilfe von Chris und Rena, haben wir es letztendlich geschafft ein Permit für das Womo zu erhalten. Zum Glück hatte Rena ein gutes Händchen und Starlink z.V.. Denn nach wenigen Versuchen Rena’s war das Permit auf unser Auto auf den Webseiten der NP-Verwaltung von ihr erstellt und per email an uns versendet. Nun steht dem sandigen Abenteuer nichts mehr im Wege 😊.

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