Die weltgrößte Sandinsel, K’gari“ (Paradies) ist mit 123 km Länge und 22 km Breite ein echter Abenteuer-Spielplatz. Mit einer Fläche von über 1.840 Quadratkilometern ist Fraser Island, wie die Insel früher hieß, die größte Sandinsel der Welt und wurde 1992 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die Insel hat erstaunlicher Weise einige Süßwasserseen sowie tropische Regenwälder mit hohen Bäumen deren kräftige Brettwurzeln den sicheren Halt gewähren. Sie bietet nativen Wildtieren wie Dingos als auch Waranen einen geschützten Lebensraum.

Anfahrt
Wolken und Regen begleiten uns auf der Anfahrt nach River Heads. Hier legt in zwei Stunden die Fähre nach K’Gari, wie Fraser Island seit Juni 23 genannt wird, ab. Bei der Ankunft im langgezogen Ort, heitert sich der Himmel auf und die nächsten Tage begleiten uns meist Sonne und einige Wolken, aber endlich keine weiteren Regengüsse mehr. Wir halten an einem kleinen Supermarket und einer Agentur. Ich bin auf der Suche nach einer Karte für die Insel, da uns die fahrbaren Tracks mit ihren unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden wie Easy, Medium, Hard, als auch die Möglichkeiten für Camping nicht klar sind, da unser bisheriges Kartenmaterial nur Ausschnitte zeigt. Die Agentur stellt sich glücklicherweise als das Büro für den Check-In heraus und eine detaillierte Karte der Insel gibt es auch zu kaufen. Unser Vehicle Permit welches eine Woche gültig ist, wird geprüft und wir erhalten zur Bestätigung einen gelben Anhänger der die Campingerlaubnis bestätigt. Die Campingplätze müssen wir selbst noch vor der Überfahrt bei der Behörde der Nationalsparks buchen. Bis dieses erledigt ist müssen wir auch schon rasch weiter zur Anlegestelle, denn um 13 Uhr geht unsere Ferry. Sie bringt uns in 45 Minuten zur – angeblich -größten Sandinsel Welt.

Fraser Island
Nach einer ruhigen Überfahrt reduziere ich den Reifendruck auf vorne 2 und hinten 2.2 Bar. Der Druck in den Hinterreifen erhöht sich durch das Fahren erfahrungsgemäß um weitere 0.5 Bar. Damit wird es hoffentlich klappen, denn wir brauchen den niedrigen Reifendruck um die tiefen Sandpassgen zu bewältigen, müssen aber noch ausreichend Reifendruck haben, damit diese keinen Schaden durch das hohe Fahrzeuggewicht nehmen. Auf den nächsten 400 Meter Teerstraße hat das Auto ganz schlechte Fahreigenschaften und wackelt so dahin. Das bessert sich unmittelbar nachdem sich der Untergrund von Asphalt in Sand ändert.
Lake McKenzie
Die einspurigen Sandpiste lässt sich mit dem verminderten Reifendruck gut fahren. Weicher Sand löst sich mit tiefen harten Mulden ab, welche wir mit dem großen Aufbau nur langsam durchfahren können um ein Aufschaukeln der Wohnkabine zu vermeiden. Die steileren Pisten zum Lake McKenzie sind mit Kunststoff-Lockblechen befestigt.
Nach 10 Kilometer konzentrierten Fahrens, ist der Lake McKenzie in einer knappen Stunde erreicht. Eine traumhafte Kulisse öffnet sich vor uns, als wir vom Parkplatz kommend das Seeufer erreichen. Für einen Badestop reicht die Zeit trotz der wunderschönen Panoramas leider nicht, denn wir haben noch ca. 20 weitere Kilometer vor uns von denen wir nicht wissen wie gut oder flott wir vorankommen um den gebuchten Stellplatz noch vor eintreffen der Flut zu erreichen.
Die weiterführenden Sand Tracks teilen sich zum Glück in zwei One-Way Tracks auf, so dass es keinen weiteren Gegenverkehr gibt. Bis zum See hatten wir zwei entgegenkommende Fahrzeuge, bei denen immer ein Fahrzeug bei der nächstmöglichen Ausweichstelle links den Weg ins tiefsandige Etwas suchen musste. Dies ist bei unserem Gewicht und hohen Aufbau immer ein etwas riskantes Unterfangen, um sich nicht einzugraben oder gar zur Seite zu kippen.
Erste Übernachtung in Zone 2
Gegen 16:30 erreichen wir den Beach. Der Wasserstand ist doch schon etwas höher als erwartet, aber noch kein Problem um rasch die nächsten 6 Kilometer zum gebuchten Camp auf dem 75 Miles Beach zurückzulegen. Geduldige Angler versuchen ihr Glück – chillige Abendstimmung – was braucht man mehr?
Frühstück am Meer
Am nächsten Morgen herrscht wie am Abend zuvor eine wunderbare Ruhe, vor dem (Motoren-) Sturm am Beach, wenn die V6- und V8-Toyotas hören lassen welche Power unter der Motorhaube steckt. Wir fahren nur wenigen Kilometer bis wir einen passablen Frühstücksplatz, etwas erhöht von der zurückweichenden Brandung, finden.
Ausflug an den Lake Garawongera
Der als ‚easy‘ eingestufte Weg ist auch einfach und problemlos zu befahren, nur an manchen Stellen drängen Äste und Gebüsch, insbesondere oben, an dem hohen Kabinenaufbau und kratzen. Ändern können wir es auch nicht, also Ohren zu und durch.
Lake Garawongera
Ein kurzer Rast- und Fotostopp wird am Lake Garawongera eingelegt, bevor es wieder downhill in Richtung 75 Miles Beach geht.
Zweite Übernachtung in Zone 4
Hier findet sich nach kurzer Zeit eine so schöne Stelle zum Campen, dass wir beschließen den Tag bereits gegen 13 Uhr ausklingen zu lassen. Nachdem wir die Campingplätze in den jeweiligen Zonen am Strand im Voraus buchen mussten, bleiben wir an diesem netten Platz für den Rest des Tages und der Nacht stehen. Ein Dingo, d.h. einer der hier ansässigen Wildhunde, begrüßt und sieht richtig niedlich und aus. Vor ihnen hat uns die Rangerin bei der Überprüfung unsrer Fahr- und Campingerlaubnis vorhin eindringlich gewarnt.

Elli Creek
Eli Creek entspringt im Inneren der Insel fünfeinhalb Kilometer nordwestlich vom Maheno Wrack. Er führt pro Stunde vier Millionen Liter klares Trinkwasser in den Pazifik und mündet fünf Kilometer nördlich vom Happy Valley ins Meer. Da hier am Strand auch Flugzeuge landen und starten, ist immer dauf zu achten, dass das geparkte Fahrzeug sicher am Rand des Strandes geparkt ist.
Maheno Schiffswrack
Die SS Maheno war ein Ozeandampfer der von 1905 bis 1935 in der Tasmanischen See zwischen Neuseeland und Australien verkehrte. Das Schiff wurde im Jahr 1935 vor der Küste von Fraser Island in einem Wirbelsturm erfasst, teilweise zerstört und schließlich an den Strand gespült, wo es im Laufe der Jahre verwittert. Es wurde im Ersten Weltkrieg von den neuseeländischen Seestreitkräften als Krankenhausschiff eingesetzt und diente im Zweiten Weltkrieg als Ziel für Probeabwürfe und -beschüsse. Hartnäckig verbleiben die rostigen Reste im Sand und halten auch der steten Brandung stand.
Coloured Rocks und The Pinnacles
Die Pinnacles sind im Laufe von Millionen von Jahren durch die natürlichen Prozesse der Erosion und Verwitterung geformte, farbenfrohe Sandsteinfelsen, die sich an der östlichen Küste von Fraser Island erstrecken. Wind und Wasser sorgten bei den Sandsteinablagerungen für interessante Formen. Doch das Besondere sind die auffällige Farbgebung und Textur der Felsen. Die Rocks entstanden aus verschiedenen Schichten von Sandstein, von denen jede Schicht eine einzigartige Farbe hat, die von Gelb über Orange bis hin zu tiefem Rot reicht.
Übernachtung auf Fraser am Strand in Zone 6
Bevor wir unseren nächsten Übernachtungsplatz erreichen, stoppt ein Ambulanzfahrzeug die Weiterfahrt auf dem breiten Beach. Die Strecke ist vorübergehend für den Verkehr gesperrt, bis der Helikopter den Strand, unter kräftigem aufwirbeln von Sand, wieder verlässt.
Letzte Übernachtung am 75 Miles Beach in Zone 4
Unseren letzten Tag verbringen wir nachmittags wieder in einer ruhigen Sandbucht. Zum Schutz gegen die starke UV-Strahlung tragen wir die neuen Sonnenhüte, die wir in Noosa Heads gekauft hatten, den ganzen Tag wie es unser Hautarzt empfohlen hat.
Aufbruch und Rückweg zur Kingfisher Bay
Nachdem der Gezeitentiefstand nahezu erreicht ist, fahren wir den Seventy-Miles-Beach entlang des abbrandenden Meeres über den feuchten Sand, durchqueren die rückfließenden Ausläufer der Wellen und das klare Wasser aus dem Inneren der Insel. Über flache Felsen und durch ausgewaschene Wasserlöcher, zwischen glattem Gestein führt der Fahrweg, immer mit Gegenverkehr um schließlich ins Landesinnere abzubiegen.
Die Zufahrt vom Strand quer über die Insel zur Kingfsicher Bay ist anfangs tiefsandig, ändert sich jedoch bald in einen gut zu befahrenden Waldweg. So gelangen wir schließlich zu einer der hohen Sanddünen im Landesinneren der Insel, passieren hohe Bäume, kommen an lichtdurchfluteten Palmblätter und Gräser vorbei und sind absolut zufrieden über die knapp fünf herrlich sonnigen Tage auf dieser Insel.
Sandpanne auf dem Rückweg
Nach einer ruhigen Fahrt mit vielen Mulden, die das Fahrzeug bei niedrigem Luftdruck in den Reifen gut abfedert, ist es mit der Entspannung urplötzlich vorbei. Ein langgezogene leichte Steigung mit zahlreichen richtig tiefen Mulden und Löchern, wie sie von Offroadfahrzeugen hinterlassen wurden, lässt uns anhalten. Hier gehts erstmal nicht einfach so weiter. Ich greife zur Sandschaufel und beginne die schlimmsten Mulden aufzufüllen. Danach werden die Sandbleche der zu Hilfe eilenden Australiern als Starthilfe ausgelegt. Wir kommen ein gutes Stück, d.h. bis zu den nächsten tiefen und noch nicht aufgefüllten Löchern voran. Doch diese sind noch weit schlimmer als die vorhergehenden. Den Reifendruck senken wir auf 20 PSI, d.h. zwischen 1.6 und 1.8 Bar ab. Unsere zusätzlichen vier Sandbleche werden nach weiterem Verfüllen und glätten des Sandes ausgebreitet. Beim darauf folgenden Versuch versacken wir jedoch schon bald. Die Sandbleche sind teilweise tief im Sand eingearbeitet und müssen mühsam gesucht werden. Nun ist fast drei Viertel der Strecke geschafft. Die Steigung nimmt unglücklicher Weise aber zu, was die Sache auch nicht leichter macht. Die hinter uns wartenden beiden Fahren packen ihre Sandbleche wieder weg, drehen um und fahren zurück, da wir keinen Sinn drin sehen nun rückwärts zu fahren und die gewonnene Strecke wieder zu verschenken. Wir sind überzeugt, dass die hinter uns liegenden Löcher ja nach wie vor vorhanden und nicht weniger harmlos wie vor einer Stunde sind. Also schaufeln wir wieder die Räder frei, packen zu zweit unsere Sandbleche gut vorbereitet unter die Vorder- und Hinterräder, füllen die noch vor uns liegenden Mulden mit Sand, treten diesen fest und wiederholen das Ganze nochmals und nochmals. Dann …. ein letzter Versuch … und es klappt, wir haben das Sandfeld überwunden und stehen wieder auf festem Boden. Nun fehlen uns nur zwei der vier Sandblechen. Inzwischen wollen schon weitere Offroader, von oben kommend an uns vorbei, dabei werden die vermissten Anfahrhilfen vermutlich noch weiter im Sand vergraben. Nachdem unser Womo zur Seite gefahren ist, stochern wir solange im Sand bis auch das letzte Teil gefunden ist. Die Abfahrtszeit immer im Nacken, entschließen wir uns doch noch wie geplant an den Lake McKenzie für ein kurzes Bad zu fahren.
Fähranleger Kingfisher Bay
Die Zeit drängt, da die Strecke nur langsam für uns zu befahren ist. Wir schaffen es sogar noch 40 Minuten vor Abfahrt der letzten Fähre aufs Festland in Kingfisher Bay anzukommen. Den Luftdruck der Reifen wieder auf die 4.0 Bar anheben und den eigenen Blutdruck auf normal absenken – schon ist die Welt wieder in Ordnung. Auch der wunderschöne Sonnenuntergang überm Meer trägt seinen Teil zur Entspannung bei.

Farm Stay
Nach der Rückkehr von Fraser Island, finden wir einen der wirklich guten Stellplätze in Australien auf einer netten, familiären Farm. Wir werden, obwohl wir nicht vorgebucht hatten, es bereits nach 18 Uhr und stockfinster ist, freundlich begrüßt. Heidi, die Besitzerin, die mit ihrem Mann John die Farm und den Grampground führt, bring uns mit ihrem Quad zum Stellplatz. Dieser bietet einen unverbauten Blick auf Fraser Island, was wir aber erst morgen früh sehen und schätzen können.
Elf Känguruhs liegen am nächsten Morgen vor dem angrenzenden Wald in der Sonne und genießen die ersten wärmenden Strahlen. Auch ein Joey ist im Bauch seiner Mutter mit dabei. Hier ist alles so friedlich und ruhig. Die Besitzer lassen nur maximal sieben Gäste auf den wirklich großen Stellplatz und achten darauf, dass niemenden der tolle Ausblick durch einen andern Gast verstellt wird. Da es so wunderschön hier ist, verlängern wir gleich noch um einen weiteren Tag, denn nicht nur die Hoppler auf der Wiese sind schön anzusehen sondern auch die Regenbogen-Lories, die wie wild umherfliegen.
Nur ein kurzer Ausflug nach Hervey Bay um Frisches Brot, Geld vom ATM zu holen und Frischwasser zu tanken, unterbricht die Idylle auf der Farm. Der notwendige Check der Unterbodenschrauben der Kabine wird an diesem Tag neben kleinen Reparaturen an einem klemmenden Schranktürchen vorgenommen. John hat zum Glück gutes Werkzeug in seiner Werkstatt, so dass die Anpassungen im Nuh erledigt sind.























































































































































