Noosa Heads
Noosa Heads

Noosa Heads

Dieser Teil der Reise führt uns über Agnes Water nach Rockhampton um dort unsere Tochter Melanie vom Flughafen abzuholen. Sie begleitet uns die nächsten drei Wochen bis nach Cairns. Dazwischen liegen die Finch Hatton Gorge mit dem Eungella Nationalpark wo wir hoffen die seltenen Platypus zu sehen, als auch die Kängeruhs am Beach von Cape Hillsborough.

Bundaberg Destillery

Nur schwer trennten wir uns von unserem Traumplatz auf der Farm bei Heidi und Hannes (John). Die geplante Besichtigung der Rum Destillery fiel leider ins Wasser, da die letzte Führung bereits um 14 Uhr stattfand und wir erst 15 Minuten später ankamen. Die Öffnungszeiten werden in jedem Flyer und im Internet bis 17 Uhr angegeben, die Führungen finden normaler Weise bis 15 Uhr statt. Pech für uns, denn nur das Museum ohne Erläuterung zu besichtigen wollten wir dann auch nicht. Im Ort gibt absolut nichts sehenswertes, so dass wir unverzüglich die Fahrt nach Agnes Water fortsetzen.

Agnes Water und 1770 Eco Camp

Nur wenige Kilometer vor Agnes Water buchen wir einen Platz im Eco Hill Camp mit Blick auf’s Meer. Der freie Blick als auch der Pool veranlasst uns die geplante Besichtung von Agnes Water auf morgen zu verschieben und den nahenden Abend bei einem gekühlten Bier aus unserer Minibar zu genießen. Am nächsten Morgen begleitet ein weiß-schwarzer Kookaburra unser Frühstück mit lauten Rufen. Während ich im Pool schwimmen gehe, wird Christine von einer ungefährlichen Echse besucht, wie wir sie schon öfters gesehen hatten. Der Hafen und Strand von Seventy-Seventeen sind nett bieten aber keine Stellmöglichkeiten und der Campingplatz am Meer ist auf Nachfrage vollständig ausgebucht.

Eurimbula Creek

Zu unserem großen Glück gab es keinen freien Stellplätze auf der campsite der Ortschaft 1770, so dass wir auf Suche nach Alternativen auf den Campsite im angrenzenden Eurimbula Nationalpark aufmerksam wurden und dorthin ausweichen ‚mussten‘. Die Anfahrt ist nur für 4×4 erlaubt, was bei den Sandpisten mit tiefliegenden Fahrrinnen durchaus Sinn macht. Der Weg bis zum angepeilten Campingplatz am Strand zieht sich, da wir wegen des engen Weges mit viel Buschwerk auf beiden Seiten langsam fahren müssen. Aber das kennen wir zur Genüge und stört auch nicht. Hauptsache am Ende des Weges gibt es eine schöne Möglichkeit zu campen. Der eigentlich vorgesehene und auch gebuchte campsite, liegt im Wald. Es ist zwar nah zum Strand, aber ohne freien Blick aufs Meer und zudem sehr schattig. Wir brauchen für die PV-Module jedoch sonnige Stellen um den Stromhunger unserer beiden Kühlschränke zu befriedigen. Kurzerhand wechseln wir auf den nahen Parkplatz nur 50 Meter weiter der all unsere Erwartungen, wie freien Blick aufs Meer und ganztägige Sonne, erfüllt. Fragen können wir ja niemanden, so entscheiden wir für uns, dass dies die beste aller Lösungen ist. Herrliche Sonnenuntergänge, unverstellter Blick aufs Meer und nahe grasende Känguruhs belohnen diese Entscheidung. Auch einen besseren Frühstücksplatz wie hier auf dem Sandstrand hätten wir nicht finden können. Hier lässt es sich die nächsten beiden Tage entspannt leben.

Erst die Drohnenaufnahem die ich am nächsten Vormittag mache, zeigen die ganze Größe und Schönheit der Flussmündung des Eurimbula Creeks.

Die Ausläufer der Flut kommen nachts doch recht nahe ans Auto. Insgesammt ist der Tidenunterschied hier sehr hoch. Alle die bei Ebbe sichtbaren Sandbänke verschwinden unter den Fluten um bei Niedrigwasser wieder zum Vorschein zu kommen. Für die Angler sind das keine so schlechten Bedingungen, da sich nicht alle Fische rechtzeitig aus den bei Ebbe verbleibenden Mulden ins offene Meer retten und die Fischer somit leichte Beute haben.

Rockhampton

Die Fahrt nach Rockhampton zieht sich wie immer über Stunden hin. Obwohl es nur 232 Kilometer vom Eurimbula Nationalpark bis nach Rockhamption sind, dauert die Fahrt über dreieinhalb Stunden. Baustellen und Geschwindigkeitsbegrenzungen sind die Ursache. Nach der Ankunft bei letztem Tageslicht findet sich gerade noch ein freier Stellplatz auf dem kostenlosen und unerwartet stark genutzten Stellplatz inmitten von Rockhampton. Der Stellplatz ist Teil des großen innerstädischen Kersaw Gardens. Der weitläufige Park bietet einen grandiosen, künstlich angelegten Wasserfall was seiner Schönheit keinen Abbruch tut. Gebäude und Autos aus früheren Jahrhunderten, wie im nahen Heritage Village, haben wir bereits des öftern gesehen und verzichten daher auf einen Besuch. Die Zeit drängt ein wenig, denn Melanie kommt uns in Australien besuchen. Sie heute vom Flughafen abzuholen ist nach einem kurzem Besuch bei Bunnings, dem großen Baumarkt Australiens, unser nächster Task.

Carmila

Von Rockhampton kommend übernachten wir unterwegs auf einem Community Campground am Beach von Carmila. Leider ist abends und auch am nächsten Morgen Ebbe. Gleich nach dem Frühstück gehts in Richtung Eungella Nationalpark, der ca. 83 km westlich von Mackay liegt.

Zuckerindustrie

Eine der ältesten und größten Zuckerfabriken Australiens liegt in Mirani, ca. 60 Kilometer von Mackay, dem naheliegenden Zentrum der Zuckerindustrie. In Mackay wird mehr als ein Drittel des australischen Zuckers produziert, weshalb wird die Stadt auch „Zuckerhauptstadt von Australien“ genannt. Die deutsche „Nordzucker“ ist der größte Anteilseigner der dort ansässigen Zuckerwerke. So weit das Auge in alle Himmelsrichtungen reicht, bestimmen Zuckerrohrfelder das Bild. Rauchende Schlote bestimmen das ländliche Bild. Die Ernte des Zuckerrohrs erfolgt mit großen Mähmaschinen, die die Blüten kappen, die Zuckerrohre in gleich lange Stengel von ca. 15 Zentimeter schneiden und in die der Mähmaschienen nachfolgenden Traktorenanhänger blasen. Schmalspurbahnen die nahe der Felder verlaufen, transportieren mit kaum zählbar vielen kleinen Wagons aus Gitterboxen das angelieferte Zuckerrohr in die naheliegenden Fabriken. Diese kündigen sich bereits von weitem mit rauchenden Schloten an.

Finch Hatton und Pioneer Valley

Um in den Eungella Nationalpark zu gelangen passiert man Finch Hatton und das reizende Pioneer Valley. Finch Hatton ist ein kleiner beschaulicher Ort mit einem ehemaligen und noch heute gut erhaltenen Bahnhof, einem Hotel sowie einem Lebensmittelgeschäft. Die alten Gleise liegen noch, werden jedoch seit langem nicht mehr benutzt. Kleine, schmucke Häuser aus längst vergangenen Tagen vermitteln ein gemütliches Ortsbild.

Auf der Landstraße, die aus dem Ort hinausführt, gelangt man in das Pioneer Valley. Hier geht es in vielen, zum Teil steilen Serpentinen auf ca. 690 Meter über dem Meeresspiegel zum Broken River und dem gleichnamigen Mountain Resort. Uns reicht der einfache abe saubere Campsite der direkt am Ufer des Broken Rivers liegt.

Eungella NP – Skywalk

In der Sprache der Aborigines bedeutet der Name Eungella ‚Land der Wolken‘, was wir nicht wussten, nun aber durchaus bestätigen können. Die Serie der Tage mit warmen Temperaturen und Sonnenschein sind erstmal vorbei. Der vor uns liegende Regenwald ist für seinen kühlen Nebelwald und die malerischen Cascades in der Finch Hatton Gorge bekannt. Dies und auch die wild lebenden Platypus (Schnabeltiere) locken trotz des Regens. Nur kurze Abschnitte am Skywalk sind uns mit Sonnenlicht gegönnt.

Platypus im Regen

Direkt am Broken River liegt der Campingplatz des Nationalparks und dort finden wir mit ein wenig Geduld in den Abendstunden aud die gesuchten Paltypus. Sie haben einen Entenschnabel, Schwimmhäute und einen flachen Schwanz wie ein Biber und legen Eier, säugen ihre jungen Babys jedoch mit Milch, die aus der Haut austritt. Unter Wasser jagen sie blind mit einem elektrischen Tastsinn im Schnabel. Diese eierlegende Säugetiere kommen nur in Australien vor. Die evolutiondäre Linie der Schnabeltiere (Monotremata) hat eine sehr lange Geschichte: Sie trennte sich vor etwa 166 Millionen Jahren von den übrigen Säugetieren.

Das Schnabeltier ist eines der wenigen giftigen Säugetiere, weil nur männliche Tiere an ihren Hinterbeinen hohle Giftsporne besitzen, mit denen sie ein sehr schmerzhaftes Sekret abgeben. Der Stich ist für Menschen zwar schmerzhalft und mit langwierigen Schwellungen verbunden, aber nicht tödlich.

Finch Hatten Gorge

Zehn lange Jahre dauerten die Bemühungen von Tom Wood an, um die ausgeprägten tropischen Regenwälder als Nationalpark vom Queensland Govement ausweisen zu lassen. Über 860 Pflanzenarten wie etwa Epiphyten und Orchideen als auch Teakwälder in höheren Lagen sind hier heimisch. So ist auch die Finch Hatton Gorge Bestandteil des Eungella Nationalparks. Die einzige Zufahrt in die Schlucht, führt auf befestigten Durchfahrten durch mehrere Creeks, das sind kleine Bäche die bei Regen rasch anschwellen und häufig auch Straßen überfluten. Der Wassersstand ist glücklicherweiser aktuell sehr niedrig, so dass es überhaupt kein Problem ist, diese zu durchfahren. Die Blicke auf die Creeks sind so schön, dass ich bei der Durchfahrt mitten im Fluss zum Fotografieren stehen bleibe.

Auf gut ausgebauten Wegen sind die Araluen Cascades bereits nach ca. 1,4 km erreicht. Palmen, Farnbäume und Epiphyten sind entlang des Weges zu sehen. Die Cascades sind viel höher als zu erwarten war, da in Australien häufig schon deutlich kleinere, d.h. eher plätschernde Wasserläufe bereits als „Falls“ bezeichnet werden.

Ball Bay

Am Ball Bay Beach finden wir Platz auf einem Grascampinplatz der örtlichen Gemeinde. Er hat direkten Meerzugang und von unserem Frühstücksplatz aus sehen wir auch das Meer sofern es die Gezeiten ermöglichen. Wir sind gerade mal 10 Meter vom Strand entfernt und können uns den Stellplatz selbst aussuchen, d.h. ganz ohne enge Parzellen die einem auf großen Campingplätzen zugeteilt werden. Eine freundliche Dame kommt gegen Nachmittag und kassiert die fälligen Gebühren 20 AUD. Besser geht’s nicht, daher verlängern wir spontan und bleiben jetzt drei Nächte.

Der Strand ist bei Ebbe flächig und weitläufig. Die kleinen Bäume, man glaubt es kaum stehen bei Flut, d.h. zweimal täglich, im Wasser.

Nach einem Tipp unserer holländischen Nachbarn, wandern wir am dritten Tag über die naheliegenden Felsen und durch den angrenzenden Wald entlang der Küste bis zur nächsten Bucht. Die Sandbucht Pauly’s Beach ist rasch erreicht, was uns nicht daran hindert nach einem weiterführenden Pfad zu suchen. Der Trampelpfad führt durch lichtes Unterholz zu großen Felsen auf denen es noch eine ganze Weile möglich ist, mit etwas klettern und sich durchschlengeln weiter zukommen, bis der Weg letztendlich in dichtem Gestrüpp und an verblockten Felsen endet.

Cape Hillsborough NP

Frühmorgens um 6 Uhr erreichen wir bei Dunkelheit Cape Hillsborough. Es ist nocht zu finster um die Tiere zu fotografieren. Doch der Sonnenaufgang ist mindestens so interessant wie die Känguruhs …

… denn kurze Zeit später sieht der Horizont und die in Licht getauchte Landschaft schon wieder ganz anders aus.

Der Cape Hillsborough Beach ist für seine Kängeruhs die morgens bei Sonnenaufgang an den Strand kommen, bekannt. Dies lockt erwartungsgemäß viele Menschen an. Inzwischen wird das ganze Event von örtlichen Rangern koordiniert und beaufsichtigt, so dass die wild lebenden Tiere nicht durch das morgentliche Spektakel übermäßig gestört werden.

Innerhalb kürzester Zeit ist die Morgendämmerung verschwunden und der helle Tag nimmt seinen Lauf.

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