Das fazinierende Outback verlassen wir nach ca. 10 Tagen und fahren auf dem Stuart Highway über 1500 Kilometer in den äußersten Norden bis nach Darwin. Nach einer Übernachtung bei den Devils Marbles ist der erste mehrtägige Halt an den Bitter Springs bevor es in die Kathrine Gorge sowie den Kakadu Nationalpark geht.
Bitter Springs Thermal Pools
Der campsite nur ein paar hundert Meter von den warmen Quellen entfernt, ist für uns ein unerwarteter Traum. Welch ein Kontrast, denn nach fast zwei Wochen Savanne und Halbwüste findet sich plötzlich ein Stellplatz unter Palmen und direkt am Wasser. Kakadus besuchen abends die Palmen und Flying Foxes fliegen zu hunderten bei Einbruch der Dämmerung über die Bäume. Dieser Traumplatz war noch vor zwei Wochen wegen eines Salty Alarms, d.h. einer Sichtung eines Salzwasserkrokodils, gesperrt. Das Krokodil stellte sich aber als harmloses Frischwasserkrokodil heraus und somit besteht laut Campingleitung und den verantwortlichen Rangern keine Gefahr für Leib und Seele. Das nehmen wir mal so hin, denn die Stelle direkt am Fluss ist einfach die schönste und wir wollen es auch einfach glauben. Ab und zu kommen Kakadus angeflogen, rasten in den Palmen bis sie wieder schnatternd weiterfliegen.





Die 1527 Kilometer lange Strecke vom Uluru bis zu den Bitter Springs war problemlos in zweieinhalb Tagen zu schaffen, aber kein reines Vergnügen. Die Teerdecke ist meist rau und dadurch sehr laut. Der grobe Teerbelag treibt zudem den Spritverbrauch auf 16 bis 18 Liter in die Höhe. Auf Highways mit glattem Teer liegt der Verbrauch bei 13 bis max. 14 Liter. Nach dem Einkauf in Alice Springs halten wir auf dem Highway No. 1, dem Stuart Highway nur für Tank- und Übernachtungsstopps. Um so mehr fühlen wir uns in dieser Oase ausgesprochen wohl, verlängern und bleiben gleich drei Tage.
Bei 36° im Schatten Außentemperatur ins Thermalbecken zu gehen, ist kein Genuss für mich. Das Wasser ist zwar klar, so dass man bis auf den Grund sehen kann, aber so eine Art Entengrütze lagert sich an der Wasserrändern ab und sieht nicht wirklich einladend aus. So verzichte ich darauf langsam mit der Strömung flussabwärts zu treiben und beende das zweifelhafte Vergnügen rasch. Da ist mir der Tegernsee im Winter zur Abkühlung nach der Sauna schon viel lieber.
Katherine
Nach weiteren 110 Kilometer ist Katherine, der zentrale Ort hier vor dem Kakadu Nationalpartk erreicht. Für einen Einkauf und tanken ist die Stadt ausreichend, aber sie gilt nach Einbruch der Dunkelheit als ziemlich unsicher. Die großen Truck fahren nachts nur unter Polizeischutz durch die Stadt.
Katherine Gorge
In den Nitmiluk Nationalpark geht es weitere 30 km nordöstlich über die Gorge Road zur Katherine Gorge. Hier draußen gibt es außer zwei Hubschrauberplätzen für die Rundflüge und zwei Cmapingplätzen nichts weiteres. Dreizehn hinter einnander liegende Schluchten hat der Katherine River auf 12 km Länge über einen Zeitraum von einer Milliarde Jahren in das Arnhem-Plateau gegraben. Das Gebirgsmassiv mit seinen bis zu 70 Meter hohen Felswände besteht aus uraltem Sandstein.
Vom Kai am Visitor Centre ausgehend beginnt die zweistündige Bootstour auf dem Katherine River. Nach gut einer halben Stunde ist das befahrbare Ende der ersten Schlucht erreicht. Das Boot legt an, alle Passagieren steigen aus und gehen über die passierbaren Felsen zur nächsten Stufe. Hier liegen zwei weitere Fährboote am Steg vertäut. Mit Beginn der zweiten Schlucht rücken die Felswände nähern und ragen höher in den Himmel. Die Schlucht ist viel breiter und es ist bei weitem nicht so eng wie in der Cobbold Gorge. Trotz der Trockenzeit ist noch viel Wasser im Katherine River, der in der Regenzeit einen sechs Meter höheren Level als jetzt erreicht.
Kakadu National Park
Der fast 20.000 Quadratkilometer große Kakadu Nationalpark, ist die Heimat der Bininj / Mungguy Aborigines. Diese leben seit wahrscheinlich über 65.000 Jahren hier. Der Name des Parks leitet sich von Gagudju ab. Dies war der Name einer Sprache der Ureinwohner, die früher in dem Gebiet des heutigen Nationalparks im Norden Australiens gesprochen wurde.
Geteerte Straßen führen durch den Kakadu National Park, so dass auch bei Temp 100 ein gutes Vorankommen gewährleistet ist. Die Landschaft neben der Straße bleibt während der gesamten Fahrt gleich aussehend. Von einem Regenwald der im Kakadu Park laut UNESCO Welterbe zu finden sein soll, sehen wir außer Laubbäumen und kleinwüchsigen Palmen mit schwarzen Stämmen nichts. Es sind die einzigen Pflanzen entlang der 200 Kilometer langen Straße durch den Park, so weit das Auge reicht. Die angekokelten Bäume stammen von den gezielt gelegten Bränden zur Verbrennung trockener Äste und des Laubs auf dem Boden. Es ist nichts zu sehen was an einen kalten, wie im Süden Australiens, oder tropischen Regenwald wie im Daintree Park oder an Cape Tribulation erinnert.
Gunlom Falls
Leider sind die spektakulären Naturwunder wie die Jim Jim Falls und Twin Falls wegen den heftigen Überschwemmungen im Frühjahr 2026 und den damit einhergehenden massiven Straßenschäden komplett gesperrt.
Zuminest zu den Gunlop Falls führt, von der Hauptstraße abzweigend, eine fast 40 Kilometer lange rumpelige Offroadpiste. Wegen des wellblechartigen Bodens reduzieren wir bereits nach wenigen hundert Metern den Reifendruck. Am Ende der Piste sind wir von dem weiträumigen und groß angelegten Campingplatz überrascht. Die Campiggebühr wird beim Ranger cash oder mit Karte bezahlt, da es hier in dieser entlegenen Schlucht sogar Telstra Internetsignal gibt. Bei den diesjährigen Frühjahrsunwettern stand, beginndend vom Wasserfall und noch zwei Kilometer weiter, der Campingplatz 3.40 Meter unter Wasser. Die beiden auf 15 Meter hohen stehenden Wassertanks der Sanitäranlagen wurden komplett zerstört und sind erst seit letzter Woche wieder aufgestellt und in Betrieb.



Zum Becken am Fuße der Gunlop Falls darf man nur bis zur Absperrung gehen, aber unter keinen Umständen im Pool schwimmen, denn noch immer ist ein 3.40 m großer Salty hier Herr im Haus. Ein zweites, etwas kleineres Salzwasserkrokodil mit ’nur‘ 2.50m Länge, wurde kürzlich gefangen und aus dem See entfernt. Die beiden Salties kamen während des Hochwassers in das Becken. So nähern auch wir uns vorsichtig, denn die am Zugang zur Sicherheit gespannten Wäscheleinen, werden ein Krokodil nicht abhalten können.
Die Salties sind deshalb so gefährlich, da sie Allesfresser sind und auch Menschen nicht verschmähen, was so mancher Fischer nicht mehr bestätigen kann, denn die Trefferquote ist wohl hoch. Die Freshies, wie die Frischwasserkrokodile genannt werden, fressen hingegen nur Fische und bedeuten daher keine Gefahr. Diese Theorie in der Praxis zu verifizieren, überlassen wir gerne anderen.
Ein gut ausgebauter Weg führt neben dem Wasserfall bergan und ist am Ende durch eine Stahltreppe ergänzt. Somit gelangt man sicher zu den Rockpools am Beginn des Wasserfalls. Das klare Wasser in den Felsbecken ist gar nicht kalt. Zwei Kakadus machen einen Stopp zur Frühstückspause, trinken aus einem der Pools und verschwinden lautstarkt schnatternd wieder. Da wir noch vor dem Frühstück uns auf den Weg machen sind wir die Ersten und Einzigen an den Felsbecken. So lässt sich die Ruhe und Ausblick ungestört geniesen.
Ubirr (Aboriginal Rock Art)
Die Felsmalereien, die bis zu 20.000 Jahre alt datiert werden, sind Ausdruck der indigenen Kunst. Die doch sehr einfachen und schlichten Skizzen sind leicht zu identifizieren. Da haben wir schon eindrucksvollere Felsmalereien, u.a. in Marokko gesehen. Dafür sind die Sandsteinfelsen, die sich urplötzlich in der Tiefebene auftürmen, wie auch der Ausblick vom Lookout über das Arnhemland bei beginnendem Abendlicht, beeindruckend. Kein Wunder, dass solche markanten Landmarken als Versammlungspunkt für Nomanden anziehend und als Kultstätten geeignet sind.
Im Nationalpark leben ein Drittel aller australischen Vogelarten. Darunter auch die berühmten Kakadus, die zu unsrer Freude immer wieder mal antreffen seit wir in den Northern Territory sind. In freier Wildbahn werden sie zwischen 20 bis 60 Jahre alt. Ihr markantestes Kennzeichen ist die aufstellbare Haube auf dem Kopf. Die ruckartig aufgestellt entweder Aufregung, Neugier oder Drohung anzeigt. Ihre Rufe können eine Lautstärke von bis zu 135 Dezibel erreichen und sind kilometerweit hörbar. So begleitet uns ihr stetes Gezeter lautstark auch hier auf dem Rundweg durch die Felsgalerie, während sie in den Ästen der Bäume sitzen.
Cahils Crossing
Die durch das Wasser des East Alligator Rivers führende Straße ist wegen der hungrigen Krokodile bekannt. Da die Straße ins Arnhem Tal der Aboriginals führt, dürfen wir die Straße ohne Permit nicht überqueren. Die Parkverwaltung hat für die Besucher eigens einen Parkplatz und eine dazu gehörende Besucherplattform errichtet. Wagemutige Fischer angeln gelassen inmitten des Flusses, wohlwissend dass die Krokodile bis zum Anstieg des Wasserpegels im Fluss bleiben.
Die Hochwassermarke des East Alligator Rivers, liegt an der Küste bei sechs Metern und erreicht hier im Binnenland immer noch stolze vier Meter. Das ist ausreichend um die Straße von links nach rechts durch den steigenden Pegel zu überspülen. Der Druck des Wassers treibt die Meeresfische den Krokodilen direkt ins offene Maul. Vor dem Ansteigen der Flut ist von den Krokodilen nur wenig zu sehen. Sobald das Wasser jedoch die Betonpiste überflutet und die ersten Fische mit sich reisst, werden immer mehr Crocs auf den Plan gerufen. Die meisten tummeln sich in Fließrichtung, d.h. unmittelbar rechts der Straße um ihren Fang zu machen. Manche greifen die Fische bereits zwischen den Felsverblockungen links der Straße ab.

Wet Lands Sunset Tour
Nach den 190 Kilometer entfernten Wetlands in Richtung Darwin fahrend, quartieren wir uns im Corroboree Roadhouse ein. Ein schattiger Stellplatz auf einer Wiese ist bei der schwülen und drückenden Hitze genau das Richtige. Das Wasser im Camp eigenen Pool kühlt leider nicht wirklich, ist aber besser als nichts.

Die zweistündige Tour durch die Feuchtgebiete zu der wir um 16:30 aufbrechen, ist kurzweilig und interessant. Am Ufer tummeln sich Wasservögel als auch zahlreiche Wallabys. Die Freshwater Crocodiles liegen häufig mit offenem Maul am Ufer oder am flachen Uferrand, so dass nur die knapp über die Wasseroberfläche ragenden Augen und das Maul zu sehen sind. Auch wenn die Freschies für uns Menschen angeblich nicht gefährlich sein sollen, wirken die offenen Mäuler mit den kräftigen und gut bestückten Kauleisten äußerst bedrohlich. Krokodile und der Tasmanische Teufel sind die einzigen Tiere die mit ihren starken Kiefern in der Lage sind, Knochen zu durchbeißen.
Dunkle Wolkenberge im Abendlicht zeigen an, dass die Regenzeit nicht mehr weit entfernt ist. Gewitter sind in der nächsten Zeit, der Vormonsunzeit von Oktober bis Dezember, zu erwarten. Erst von Januar bis März bzw. April herrscht dann die eigentliche Regenzeit mit heftigen Monsungewittern, Regengüssen und auch Taifunen. Die zahlreichen Straßenarbeiten um die Schäden der letzten Monsunzeit zu beheben, belegen dies.
Große Lotusfelder sind insbesondere im Abendlicht, auch wenn sie schon am verblühen sind, ein Highlight. Der Guide pflückt Pflanzen und gibt uns daraus weiche Hülsenfrüchte, die einen kartoffelähnlichen Geschmack haben, zu essen.
Darwin
Der bekannteste Sonntagsmarkt in Darwin ist der Mindil Beach Sunset Market. In der Trockenzeit von Ende April bis Ende Oktober finden sich viele Besucher auf dem Markt von 16 bis 21 Uhr rechtzeitig zum Sonnenuntergang, Essen und Shoppen ein. Der recht groß angelegte Parkplatz füllt sich rasch und auch vor den Verkaufständen für Essen und Trinken werden die Schlangen zusehents länger. Erstaunlicherweise gibt es mehr griechische als asiatische Essenstände, was uns schon mal gar nicht stört. Mit vier Oktupusfinger und Kalamari beginnen wir den Schlemmerabend um uns am Ende des Rundgangs doch noch bei den Suvlaki anzustellen. Dann gehts aber rasch mit Picknickdecke ausgestattet an den Sandstrand des Mindil Beach. Hier warten schon hunderete auf den immer wieder grandiosen Sonnenuntergang.
So viele Attraktionen hat Darwin nun auch nicht, aber neben den Crocodile Caves sind die Grünanlagen entlang der Esplanade ein wirklicher Ruhepol. Nich zufällig findet man dort auch Hilton und Sharaton Hotels.
In der Crocodile Cave lassen sich neben der nicht so gelungenen Krodilfütterung Schlangen und ander Reptilien betrachten. Nach unseren Erlebenissen mit den Krokodilen am Cahils Crossing vor zwei Tagen, bleibt der Efekt der Fütterung für uns recht überschaubar. Das kleine Häppchen, das sie den Crocs mit einem Bambusrohr hinhalten lockt nicht wirklich. Da ist kleine aber doch giftigste Schlange der Welt, Inland oder auch Western Taipan genannt, weitaus interessanter.
Nach der Hitze der Stadt zieht es uns aufs Land, weg von den durchgeplanten Campingplätzen. Ein glückliches Händchen muss man haben, damit man den kleinen Farmstay 30 Kilomater außerhalb von Darvin findet. Mit einem Campingnachbarn, einigen Wallabies und zwei Kakadus teilen wir uns den großen freien Platz. Der Pool gehört uns nahezu alleine und wird deswegen auch dementsprechend häufig genutzt.
Litchfield National Park
Der 1400 qkm große Litchfield Nationalpark ist hundert Kilometer südlich von Darwin. Im Vergleich zum Kakadu Nationslapark ist es hier weitaus üppiger und grüner. Die Hauptattraktionen sind die Wasserfälle mit den krokdilfreien Badebecken unterhalb der Falls. Durch die doch auch in der Nachsaison recht gut frequentierten Badeplätze erwecken schon den Eindruck eines Familienbades.
Wangi und Florence Falls
Die Wangi Falls sind die bekannteste und eine der beliebtesten Attraktionen im Litchfield-Nationalpark, da sie gut erreichbar sind und eine krokodilfreie* Badegelegenheit bieten.
*Nachtrag:
krokodilfrei war bis vor wenigen Tagen, denn wie die ABC (Australian Broadcasting Corporation) gestern berichtete ist das Schwimmen in den Wangi Falls aktuell für das Baden gesperrt, nachdem ein Krokodil im Naturbecken gesichtet wurde. So ganz wohl ist einem ja nie in solch Gewässern, aber man glaubt halt zu gerne den Zusicherungen der Ranger. Immerhin: Glück gehabt 😊😉.
In den Buley Rockholes, unweit der Wangi Falls, läuft das Wasser eines Creeks über natürliche Steinterrassen bergab. Nicht so ein spektaktulärer Anblick wie die Tolmer Falls, aber schön anzusehen. In den Tolmer Falls stürzt das, leider zu dieser Jahreszeit wenige Wasser in eine 80 Meter tiefe Schlucht.
Den Weg zu den Florence Falls setzen wir nach dem Frühstück, ohne in den Buley Rockhole zu baden, fort. Denn inzwischen sind so viele Autos auf dem Parkplatz angekommen, dass es in dem kleinen Creek vermutlich nur noch wenige Stehplätze geben kann.
Florence Falls
Zu den Florence Falls sind es nur wenige hundert Meter zu Fuß zu gehen. Wir ziehen Badesachen an und starten mit Handtuch bestückt zu den Wasserfällen, die bereits vom Lookout einen tollen Eindruck erwecken. Das wir an dem kleinen Pool unterhalb Wasserfalls nicht ganz alleine sein werden, war zu erwarten. Herrlich erfirschend ist das klare Wasser, in das man entweder über umgestürzte Bäume und kleine Felsen oder über eine Treppe die mit rutschfesten Planken bestückt ist, gelangt. Ich bin immer wieder erstaunt wie gut ausgebaut solche Zugänge zum Wasser oder einem Aussichtspunkt erschlossen sind. Häufig gibt es gute Möglichkeiten für Rollstuhlfahrer ebenfalls zu diesen Highlights zu gelangen. In den Bäumen hängen Flughunde und schlafen dort, denn sie sind nachtaktiv.

Viele der großen und bis zu vier Meter hohen Termitenhügel sind Kompasstermiten, da sie ihre Bauten nach der Sonnenstrahlung genau in Nord-Süd-Richtung ausrichten.






























































































































































