Endlich im Outback
Endlich im Outback

Endlich im Outback

Ein lang gehegter Traum wird war. Wir sind im australischen Outback, der roten Wüste angekommen. Egal ob Felsen oder Sand, durch den hohen Eisenanteil reflektiert alles, je nach Tageszeit unterschiedlich, in den verschiedensten Rottönen. Angefangen von orange-rot bis tief purpur-rot wird das gesamte warme Farbspektrum abgebildet. Die aufgehende und insbesondere die untergehende Sonne verstärken diese Rotfärbung noch massiv.

Devils Marbles

In Northern Territory, ca. 400 km nördlich von Alice Springs liegt die Devils Marbles Conservation Reserve, von den Aboriginals Karlu Karlu bezeichnet, unmittelbar neben dem Stuart Highway. In den Traumzeit-Geschichten gelten die roten Kugeln als Eier der Regenbogenschlange und deshalb ist es ein heiliger Ort für die Ureinwohner. Das Besteigen der Felsen ist teilweise verboten. Jedoch führen markiertere Wanderwege zu den Felsansammlungen die weitläufig auf dem Karlu Karlu Areal verstreut liegen sowie durch ein Labyrinth von Felskugeln bis zu einem Louckout. Die Felsen entstanden über Millionen von Jahren durch Verwitterung und Erosion aus einer unterirdischen Magmaschicht als diese an die Oberfläche trat. Das in den Felsen, wie auch im Sand des gesamten Outbacks, enthaltene Eisenoxid bestimmt die typische rote Farbe.

Stuart Highway

Mitten im Roten Zentrum, jeweils rund 1.500 Kilometer von Adelaide und Darwin entfernt, liegt Alice Springs. Doch bis die Stadt erreicht ist, spulen wir auf dem Stuart Highway Kilometer um Kilometer auf sehr rauem und dadurch lautem Belag ab. Bedingt durch die Teerdecke und auch stellenweise baumlose Gegend treibt es den Sprintverbrauch auf 16 – 18 Liter pro Hundert Kilometer hoch. Wir machen trotz gefülltem Reservekanister keine Experimente und nehmen an den meist 300 Kilometer auseinander liegenden Roadhouses Diesel auf. Öfters ist auch mal eine Zapfsäule wegen leerem Diesel nicht in Betrieb. Manchmal ist es auch schwer die Zapfsäule überhaupt zu finden, zumindest dann wenn diese seitlich neben dem Roadhouse stehend als solche nicht direkt zu erkennen ist, da es sich um einen Treibstoffcontainer handelt. Die Tafel mit dem abgebildeten Dromedar warnt vor freilaufenden Tieren, die auch mal den Highway überqueren ohne sich um den Verkehr zu kümmern.

Alice Springes

Bevor Alice Springs erreicht ist, passieren wir den Tropic of Capricorn. Der Wendekreis des Steinbocks ist am Stuart Highway mit einer Weltkugel markiert und definiert zusammen mit dem nördlichen Wendekreis (Wendekreis des Krebses) die Grenze der Tropen. Er liegt rund 2.600 Kilometer südlich des Äquators auf 23° 26′ südlicher Breite. Um den 21. Dezember (zur Wintersonnenwende auf der Nordhalbkugel bzw. Sommersonnenwende auf der Südhalbkugel) steht die Sonne hier am Mittag genau senkrecht über der Erde.

Alice Springs ist die größte Stadt im weiten Umkreis mit guten Versorgungsmöglichkeiten und gilt als das historische Zentrum der berühmten fliegenden Ärzte. Der Old Ghan ist der historische Zug, der früher auf einer schmalspurigen Strecke durch das australische Outback von Adelaide über Alice Springs 2979 Kilometern nach Darwin fuhr. Dabei durchquerte der Zug vier Klimazonen und 22 Breitengrade. Ab 1878 wurde mit dem Bau einer Eisenbahnstrecke von Port Augusta in South Australia mit dem Endziel Darwin begonnen. Wegen ständiger Pannen und Ineffizienz wurde die alte, oft überschwemmte Strecke 1980 aufgegeben.

Aboriginals in Alice

Die Indigenous Australians, wie die Ureinwohner auch genannt werden, treten in Alice Springs zum ersten Mal im Stadtbild markant in Erscheinung. Leider hinterlassen sie nicht gerade den allerbesten Eindruck. Der erste Aboriginal den wir auf der Fahrt zum Campingplatz in Alice Springs sehen, läuft am Vormittag betrunken mit einer Flasche in der Hand entlang der Hauptstraße. Als wir im Woolworths einkaufen, gibt es am Eingang einen Tumult mit mehreren jungen Aboriginals, die von der Security zum Verlassen gedrängt werden. Vor Coles und Woolworths stehen, liegen und sitzen sie auf den Gehwegen, meist vor den Eingängen. Die Liquorstores öffenen Wochentags erst ab 17 Uhr und sind immer mit einer Security Person und einem Polizisten, vor dem Eingang stehend, gesichert. Die Polizei kontrolliert die Pässe der Aboriginals und beim Zahlen an der Kasse muss jeder, egal ob weiß oder schwarz, den Führerschein bzw. den Pass vorzeigen. Im Cafe vor Woolworths sitzen an den drei Tagen an denen wir bei Wooly einkaufen, fast ausschließlich Aboriginals. Sie lassen sich morgens Kaffee und Süßwaren schmecken. Die Sozialhilfe scheint dafür auszureichen. Auf dem kurzem Weg zwischen Parkplatz und Tourist Information liegt eine kleine Gruppe von Ureinwohnern auf einer Wiese. Einige der Gruppe trinken jetzt am Vormittag Weißwein aus der Petflasche und ein Frau übergibt sich soeben auf die Wiese.
Auffallend ist, dass in allen Geschäften ohne Ausnahme nur Weiße arbeiten. Junge und, dem Aussehen nach auch überraschend viele sehr alte Mitarbeiter, verdienen ihren Lebensunterhalt oder bessern ihn sich auf. Man bekommt eine Vorstellung davon, wie es in Deutschland aussehen wird, wenn das Rentenalter auf siebzig Jahre oder noch höher gesetzt werden soll. In der Stadt finden sich einige kommunale Zentren der Aborigines. Hinweise auf die indigene Kultur sind vielfach anzutreffen, aber die Aboriginals scheinen wenig bis gar nicht in das öffentliche Leben integriert zu sein. Auch der Verkauf von indigener Kunst wie Bilder oder andere handwerklichen Flecht- oder Schnitzarbeiten werden, bis auf den aufdringlichen Straßenverkauf von Bildern am Uluru, befremdlicher Weise ausschließlich von Weißen im Namen der traditionellen Künstler vorgenommen.

Ruhetage am Campingplatz


Der unpowered site auf dem Discovery Campingplatz in Alice Springs ist angenehm und im Pool lässt es sich leidlich abkühlen. Es gibt zwar drei Becken, aber diese sind klein bzw. mit ca, 2 Meter Breite doch sehr schmal. Dennoch bleiben wir notgedrungen vier Tage, denn nach dem ersten sonnigen Tag trübt sich das Wetter merklich ein und für die MacDonnell Ranges und den Kings Canyon sind Wolken, für den Uluru sogar Regen angesagt. Da fehlt jegliches Licht um diese einmaligen Monumente genießen zu können. So harren wir aus und gönnen uns drei Ruhetage. Die füllen sich schnell mit Wäsche waschen, Blog schreiben sowie mit wichtigen Einkäufen, wie z.B. eine frisch gefüllte Gasflasche. Denn nach einer spontanen Überprüfung der Füll- bzw. Restmenge stellt sich heraus, dass da so gut wie nix mehr drin ist. Das wäre im Outback äußerst fatal.

MacDonnell Ranges

Um den Mereenie Drive von den MacDonnell Ranges kommend zum Kings Canyon zu fahren, ist ein Permit für die ca. 50 Kilometer lange Gravel Road erforderlich, da die Straße durch das den Aboriginals zugesprochenem Land führt. Um dieses, für einen Tag gültige, Permit zu kaufen statten wir dem Tourist Information Office einen Besuch ab. Hier sind in der Regel kompetente Beratung, sehr gute Informationsbroschüren sowie gutes Kartenmaterial erhältlich.

Simpson Gap

Endlich bessert sich das Wetter wie angekündigt und es geht gleich früh morgens auf dem Red Center Way in das nur 18 km von Alice Springs entfernte liegende Simpson Gap in den West MacDonnell Mountain Ranges. Bei der Ankunft hält sich der Himmel noch bedeckt, so dass erstmal Zeit fürs Frühstück ist. Eine Stunde später hat sich die Lage grundlegend geändert. Blauer Himmel erwartet uns und der kleinen Wanderung in die Schlucht steht nichts mehr im Wege. Am derzeit trockenen Eingang zur Schlucht stehen massive Bäume wie Wächter im sandigen Flussbett.

Das Simpson Gap ist ein Canyon mit steilen, roten Felswänden an dessen Ende sich das restliche Wasser des meist ausgetrockneten Rivers in einen Becken sammelt. In der Regenzeit staut sich das Wasser hoch an, wie an den Felswänden wie auch an den Rückständen von angespülten Ästen in den Bäumen abzulesen ist. Auf dem Rückweg zum Auto, sehen wir eines der scheuen Schwarzfuß-Felskängurus.

Standley Chasm

Die spektakuläre, 80 Meter hohe Felsschlucht liegt, wie das Simpson Gap, im westlichen Teil der MacDonnell Mountains. Da die Standley Chasm auf privatem Land der Aborigines, der Iwupataka Aboriginal Community gelegen ist, muss trotz des NT Parks Visitor Pass den wir bereits gekauft haben, eine weitere Eintrittsgebühr für die Gorge bezahlt werden. Die Schlucht ist nach ca. 1,5 Kilometer auf einem ausgebauten Wanderweg bald erreicht. Die hochstehende Mittagssonne lässt die senkrechten Quarzitwände intensiv orange-rot leuchten. Der traditionelle Name lautet Angkerle Atwatye und bedeutet „Wasserspalte“ (Gap of Water). Unter dem Namen der ersten Lehrerin in Alice Springs einer gewissen Ida Standley, ist die Schlucht bis heute bekannt. Im Zuge der vielen Umbenennungen von Orten, in die ursprünglich von den Ersteinwohnern benutzten Namen, wird sich dies ggf. noch ändern.

Elery Creek Big Hole

Über den Namatjira Drive ist das Elery Creek Big Hole, ein kühler natürlichen Pool, der gerne zur Erfrischung und Baden in den West MacDonnell Ranges genutzt wird, bald erreicht. Die Glen Helen Gorge, bei der wir ursprünglich übernachten wollen, ist wegen Bauarbeiten komplett für Besucher gesperrt. Gut für uns, denn es findet sich eine weitaus besser Möglichkeit am Flussufer, dazu später …

Ochre Pits

Auf der weiteren Fahrt gen Westen gelangen wir zu den Ochre Pits, die etwa 110 km westlich von Alice Springs entfernt sind. Sie sind eine historisch und kulturell bedeutsame Ockermine mit leuchtenden Felswänden.

Übernachten am Finke River

Der Finke River, in der Sprache der Aborigines Larapinta genannt, gilt mit einem geschätzten Alter von 300 bis 400 Millionen Jahren als einer der ältesten Flussläufe der Erde. Davon abgeleitet ist der Name des Rundweges der zurück nach Alice Springs führt. Meistens besteht das Flussbett nur aus einer Kette trockener Wasserlöcher. Er fließt nur wenige Tage im Jahr nach heftigen Regenfällen und versickert meist in der Simpsonwüste noch bevor er den Lake Eyre erreicht. Wir finden reichlich Wasser vor und sogar die vorbeiführende Straße ist noch überflutet, was wohl auf die Regenfälle der letzten Tage zurückzuführen ist. Der Finke River ist ein sogenannter Antezedenzfluss – das bedeutet, dass der Flusslauf älter ist als die Gebirgszüge (wie die Krichauff Range und James Range), die er im Laufe der Jahrmillionen durchschnitten hat. In das Palm Valley zu den Palmenoasen, den Red Cabbage Palms, kommen wir leider nicht, da unsere Route via Mereenie Loop zum Kings Canyon weiter führt, wofür wir extra das Permint kauften.

Bevor wir den Mereenie Loop befahren, reduziere ich erstmal den Reifendruck auf 30 bzw. 40 PSI, was eine angenehmere Fahrt auf der Wellblechpiste erwarten lässt. Die rote Outbackpiste fasziniert so sehr, dass ich die Eindrück unbedingt mit der Drohne einfangen muss.

Ginty’s Lookoout

An dem Lookout halten wir zunächst nur für eine kleine Kaffeepause. Schnell ist uns klar, dass wir diesen wunderschönen Platz auf einer Anhöhe mit weitem Blick in die Savannenlandschaft nicht gegen einen Stellplatz am campsite tauschen wollen. Der Platz ist ein ausgewiesener freier Stellplatz. So ein Glück sollte man nicht links liegen lassen. Von hier sind es morgen früh nur 22 Kilometer zum Kings Canyon. Nach der mehrstündigen Wanderung kehren wir gerne an ‚unseren‘ Platz zurück und bleiben den restlichen als auch noch einen weiteren Tag.

Kings Canyon

Der Kings Canyon liegt im Watarrka-Nationalpark ist und eine der Hauptattraktion des Northern Territory. Die tiefe Felsschlucht mit den 100 bis 300 Meter hohen in rot, gelb und weiß leuchtenden Sandsteinwänden, liegt im Herzen des roten Outbacks. Immerhin sind es noch stolze 300 Kilometer bzw. mindestens 3 Stunden Fahrt zum Uluru-Kata-Tjuta National Park.

Von dem Ginty’s Lookoout kommend ist auf guter gravel road der nahe Kings Canyon um noch vor 8 Uhr morgens erreicht um den Kings Canyon Rim Walk zu laufen und die Schlucht somit einmal zu umrunden. Es ist ein, bei der sich anbahnenden Hitze ein anspruchsvoller, rund 6 Kilometer langer Rundweg für den wir mit einer Frühstückspause und mehreren Fotostopps 4 Stunden benötigen. Der Rim Walk startet mit einem steilen Anstieg auf ca. 500 Stufen, auch „Heartbreak Hill“ genannt.

Der Rundweg bietet von seinen Abbruchkanten, die zwar alle mit Hinweistafeln versehen aber ohne jegliche Absicherung sind, immer wieder fantastische Ausblicke in die Tiefen des Canyons. An zwei Stellen sind Eisenbrücken mit Geländer angebracht um gefährliche Felsspalten zu überbrücken.

Der Rim Walk, mit kleinen blauen Täfelchen am Boden markiert, führt über das Felsplateau zur Lost City, das sind Sandsteinkuppeln, die an antike Ruinen erinnern und zum Garden of Eden. Diesen erreichen wir über Felsstufen und z.T. auf steilen Holztreppen die nach unten zum Boden des Canyons führen. Eine grüne Oase mit einem permanenten Wasserloch öffnet sich plötzlich inmitten der hoch aufragenden Felswänden.

Uluru (Ayers Rock)

Im Jahr 1958 wurde der 126.000 ha große Uluru-Kata Tjuta National Park Australia gegründet und bei der UNESCO als Weltnaturerbe und Weltkulturerbe gelistet. Meist verknüpft man Ayers Rock und Alice Springs gedanklich in der Nähe zusammenliegend, jedoch sind die beiden weit von einandere getrennt. Denn der Uluru-Kata Tjuta National Park ist noch ganze 440 km südwestlich von Alice Springs entfernt. Zu erreichen ist er entweder entlang des Red Center Way und der Luritja Road, welche wir wählten, oder des Stuart- und des Lasseter Highways. Völlig unerwartet gibt es plötzlich inmitten der Savanne mit spärlichem Bewuchs, kleinere Waldflächen.

Der Monolith ragt etwa 348 Meter aus der flachen Wüstenlandschaft heraus und reicht aber schätzungsweise bis zu 6.000 Meter tief in den Boden. Er hat einen Umfang von über neun Kilometern. Der Fels besteht aus Arkose – einer seltenen Sandsteinart mit hohem Feldspatanteil, die sich vor rund 500 bis 550 Millionen Jahren gebildet hat. Der britische Entdecker William Gosse benannte den Berg im Jahr 1873 nach Sir Henry Ayers, dem damaligen Premierminister von Südaustralien. Das Wort Uluru stammt aus der Sprache der Anangu und hat in ihrer Sprache keine direkte wörtliche Übersetzung, ist aber ein traditioneller Eigenname für den Ort und die dortige Familie.
 
Für den Ureinwohnerstamm der Anangu ist der Uluru ein heiliger Ort mit einer jahrzehntelangen spirituellen Verbindung. Nach ihrem Schöpfungsmythos wurde der Fels von Ahnen- und Schöpfungswesen in der sogenannten Traumzeit geformt. Aus Respekt vor dieser Kultur und den heiligen Stätten ist das Besteigen des Berges seit Oktober 2019 streng verboten.

Zum Sunset füllt sich der eigens dafür angelgte Parkplatz rasch. Von dem Dach unseres Campers sind die besten Bedingungen für einen freien Blick auf den Uluru ehemals Ayers Rock. Am nächsten Morgen klingelt der Wecker und wir machen uns mit vielen anderen Interessierten auf den Weg zum Sunrise Viewpoint. Der Uuluru ist in völlig anderes Licht getaucht, eine fast andächtige Stille herrscht auf der Ausichtsplattform.



Wir fahren mit dem Wohnmobil weiter zum Parkplatz am Kuniya Walk und wandern entlang des gewaltigen Felsblocks, der aus der Nähe eine ganz andere Wirkung entfaltet. Große Löcher, Spalten und Einkerbungen tun sich auf. Rauher harter Stein, nur vereinzelt wachsen zarte Gräser in Ritzen oder kleinen Vertiefungen. Vertrocknete Bäume, farbig blühende Bumen und helles Savannengras geben ein kontrstreiches Bild.

Die gelben und roten Früchte bezeichnet man als Bush Tucker oder auch Bushfood. So wird die traditionelle Nahrung der Aborigines bezeichnet, welches sie seit Zehntausenden von Jahren aus der Natur gewinnen.

Vom Mala Puta aus wandern wir in die kleine Kantju Gorge zum Waterhole im Schatten einer senkrechten, dramatischen roten Steilwand. Manche der Höhlen galten als Versammlungsplätze und ganz allgemein boten sie Schutz vor den Unbilden des Wetters. Teile der Felswände, die wir auf dem Mala Walk passieren, gelten noch heute als heilig und dürfen nicht fotografiert werden. Ein besonderes Merkmal ist für uns Unwissende aus der Art, Struktur oder Farbe des Felsens nicht ableitbar. Wir beachten die Hinweistafeln und hoffen, dass damit allen gedient ist.

Kata Tjuta

Die 30 Kilometer entfernte Felsgruppe der Olgas, im gemeinsamen Nationalpark mit dem Uluru gelegen, wurde 1995 in Kata Tjuta, was „viele Köpfe“ bedeutet, umbenannt. Sie ist eine Gruppe aus 36 riesigen, ockerfarbenen Felskuppeln im Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark. Die markanten roten kuppelartigen Felsen sind schätzungsweise über 500 Millionen Jahre alt. Der höchste Felsen, der Mount Olga, ragt rund 546 bis 564 Meter aus der flachen Wüstenlandschaft heraus. Kurioserweise ist die Felsformation nach Königin Olga von Württemberg benannt.



Auf dem Weg zu den Felsen bietet sich ein Stopp an einem Aussichtspunkt an. Es gibt zwei markierte Wanderwege, die durch die Felsendome der Kata Tjuta führen, wie auch einen vollständigen Rundweg.

Nach Ankunft an der Felsgruppe schlagen wir zunächst den Weg ins Valley of the Winds ein. Dies ist ein etwa 7,4 Kilometer langer Wanderweg, der durch die Schluchten zu den Kuppeln führt. Da der Wind recht heftig ist und mit Erreichen des ersten Viewpoints noch weiter zunimmt, brechen wir den auch von uns unverbereitet angegangen Weg ab. Ich habe keine Wanderschuhe an, was bei dem rauhen und schroffen Untergrund anzuraten ist und zudem haben wir noch gar nichts gefrühstückt.

So geht’s zurück zum Auto und wir fahren ca. 3 Kilometer zur Walpa Gorge. Die steile, weniger windige Schlucht mit einem kürzeren Wanderweg, welche geschützten Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere bietet, erwandern wir gestärkt nach dem Frühstück. Das Gebiet ist für die traditionellen Eigentümer, das Anangu-Volk, wie so oft ein Ort mit spiritueller Bedeutung und einer tiefen Verbindung zur Traumzeit.

Die Sonne steht noch nicht hoch genug um den Canyon vollständig auszuleuchten. So warten wir geraume Zeit, genießen die Ruhe und haben in der Wartezeit nette Gespräche mit Australiern die uns für die Weiterreise noch wertvolle Hinweise geben. Die Struktur der Felsen ist gänzlich anders als die des Uluru. Offenporig und poröser sind die Felsen, die eher an eine hochverdichtete, zusammengepresste Masse von Sedimaten und Gestein erinnert als an glatten harten Fels. So können sich Pflanzen an den Wänden und vor allen Dingen auf den Kuppen entwickeln und halten.

Abendflug über Kata Tjuta und Uluru

Den Höhepunkt erreicht unser Aufenthalt im Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark mit dem Abendflug über beide Sehenswürdigkeien des Uluru-Kata-Tjuta-Nationalparks. Mit unserem Piloten Bilaoo, der die kleine Cesna mit nur vier Sitzen steuert, verstehen wir uns ausgezeichnet. Er erkärt viele Dinge in einer ruhigen Art, fliegt hervorragend und es herrscht eine einvernehmliche freundliche Stimmung an Bord, so dass der Ausflug ein voller Erfolg ist. Zunächst dachten wir schon, dass es keine freien Flüge mehr gibt. Dann stellte sich heraus, dass wir die einzigen beiden Gäste auf diesem Flug waren. Bilaoo drehte zudem noch eine zusätzliche, dritte Ehrenrunde vor dem Uluru da es ihm und auch uns so viel Freude machte. Dieser Flug wird uns immer in guter Erinnerung bleiben.

Rainbow Valley

Obwohl wir etwas spät, d.h. erst gegen Mittag von Yulara im Zentrum des Nationalparks aufbrechen, erreichen wir das 390 Kilometer entfernte Rainbow Valley im Kalbarri National Park rechtzeitg gegen 17 Uhr noch vor dem Sonnenuntergang. Die 30 Kilometer lange vom Stuart Highway ins Tal führende tiefrote Sandpiste, mit zum Glück nur wenig starken Wellblech Anteilen, lässt sich auch ohne den Reifendruck zu verringern gut fahren.

Das Rainbow Valley ist für seine bunt schimmernden Sandsteinfelsen bekannt. Durch Verwitterung des eisenhaltiges Gesteins zeigen sich Felsbänder in Farben von weiß bis tiefdunkelrot. Nach Regenfällen kann ein kleiner, ansonsten meist trockener Salzsee die Felsen spiegeln. Die freistehenden Klippen gehören zur James Range, einem hauptsächlich aus paläozoischem bestehendem Sandstein. Die Faltung des Gesteins fand vor rund 350 Millionen Jahren statt. Die James Range liegt in der zentralaustralischen Wüste und weist ein entsprechend heißes Wüstenklima auf. Sie ist vor allem für ihre charakteristischen Schichtstufen Landschaften bekannt.

Heiß ist es auch noch am Abend und die lästigen Fliegen zeigen nur wenig Erbarmen. Sie sind aber bei weitem nicht so nervig wie an den weißen Stränden bei Esperance im Süden von Western Australia. Im Rauch des Lagerfeuers, bei dem wir spät abends mit Phil und Kathy aus Perth sitzen, bleiben wir von den nervigen Tierchen jedoch verschont.

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