
Innot Hot Springs
Die heißen Quellen bei Innot sind von Campingplatz- als auch Tagesgästen gut besucht. Es gibt neben den eingefassten Thermalbecken auch die Möglichkeit das heiße Wasser im Creek neben dem Campingplatz zu genießen. Die Sandmulden sind mehr oder weniger mit heißem Wasser, das aus dem Boden quillt, gefüllt. Vorsichtig teste ich die Temperatur in den Mulden bevor ich mich in eine setze. Die Nachbarmulde ist etwas tiefer und mit klarem, richtig heißem Wasser gefüllt. Nur beim Verlassen des Creeks werde ich unvorsichtig und trete in eine schmale heiße Thermalwasserrinne. Der Schreck lösst mich sofort aus der vermeintlichen Pfütze springen.
Undara Lava Tubes
In der australischen Region Gulf Savannah in Queensland besuchen wir eine der beiden bekannten geologischen Attraktionen, die Undara Lava Tubes. Bevor es zum Stellplatz geht, buchen wir für den nächsten Tag eine Führung zu den unterirdischen Lavahöhlen, da die Höhlen im Undara-Volcanics-Nationalpark nur im Rahmen geführter Touren zu besichtigen sind.
Das Camp eigene Restaurant, mit urigen Sitznischen in umgebauten Einbahnwagons, macht einen guten Eindruck auf uns und hat sogar Känguru Filet im Angebot. Diese Gelegenheit lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Es war sehr lecker im Gegensatz zu den wenigen Grillversuchen mit Kängerusteaks aus der Kühltheke.
Der Undara Vulkan schüttete bei seinem Ausbruch vor über 190.000 Jahren soviel Lava aus, das ausreichend wäre den Hafen von Sydney mehr als dreimal zu füllen. Dabei floss extrem viel basaltische Lava in ein Flussbett. Wenn der Ausbruch endete oder die Lava abfloss, kühlte sich die Oberfläche an der Luft ab und erstarrte dabei zu einer festen Decke während die heiße, geschmolzene Lava in dem geschlossenen Kanal im Inneren des Tunnels weiterfloss. Dieser Vorgang wiederholt sich bis bis keine neue heiße Lava aus dem Vulkan mehr austrat. So entstanden riesige unterirdische Tunnel und Höhlen.

Nach einer langen und völlig überflüssigen Sicherheitseinweisung für die Busfahrt von wenigen Kilometern auf ebenen Wegen bringt der Shuttlebus die Gäste zu den drei für den Besuch vorbereiteten und abgesicherten Höhlen. Denn nur wenige der Höhlen, die ein riesiges unterirdisches Netzwerk von Lavaröhren und- tunnels unter den Savannah Grasslands bilden, sind für die Öffentlichkeit erschlossen.
Neben dem Besuch der Archway Cave und die Ewamian Cave ist auch die bekannteste und imposanteste benachbarte Stephenson Cave, oft auch Stephenson’s Tube genannt, im immerhin dreistündigen Besuchsprogramm enthalten. Im Inneren der Höhlen hat sich durch eingestürzte Decken und herabgefallenes Gestein ein feuchtes, grünes Regenwaldklima mit üppiger Vegetation gebildet. Ein starker Kontrast zum trocknen Outback der umliegenden Savanne.
Weil starker Regen durch das poröse Vulkangestein sickert und sich auf dem undurchlässigen Granitboden staut, steht in zwei Höhlen noch Wasser, so dass die Boardwalk teilweise im Wasser stehen.
Cobbold Gorge
Die letzten 53 Kilometer zum Cobbold Village, wie der private campsite genannt wird, sind nur teilweise geteert der Rest ist Staub- und Schotterpiste. Zum Glück fuhren ein paar Tage vor unsere Ankunft drei Grater um die Wellblechpiste zu glätten, sodass es eine entspannte An- als auch Rückfahrt auf der gravel road ist. Auf den unpowered sites kann man sich seinen Stellplatz frei wählen, was immer viel besser ist als zugewiesene Plätze. Eine Boots- / Walktour für den nächsten Nachmittag ist bereits gebucht, so dass wir nach abstellen des Wohnmobils flugs zum Infinity Pool eilen. An der Bar gibt es freies WiFi, damit bleiben wir zumindest zeitweise mit Familie und Feunden in Kontakt, denn unsere Telstra SIMs versagen, einschließlich des Routers obwohl der uns schon so oft eine Rettung war, hier im Nirgendwo.
Im Gegensatz zu den vulkanischen Röhren von Undara ist die Cobbold Gorge eine schmale, von Wasser in Sandstein eingegrabene Schlucht. Sie gilt als die jüngste Schlucht in Queensland deren Entstehung des Gesteins jedoch 1.700 Millionen Jahre zurück reicht. Sand- und Schlammablagerungen lagerten sich auf dem damaligen Meeresboden ab, bis sich schließlich Schichten von mehr als zehn Kilometern Dicke anhäuften. Bewegungen der Erdkruste pressten die Sedimente zusammen und ließen den Hampstead-Sandstein entstehen; spätere tektonische Verschiebungen führten zur Rissbildung in diesem Sedimentgestein. Über viele Jahrhunderte hinweg schossen während der heftigen Regenzeiten gewaltige Wassermassen durch diese schmalen Spalten und formten so tiefe Schluchten sowie dauerhafte Quellen und Sickerstellen.

Für die Bootsfahrt geht es zunächst einige Kilometer mit drei Shuttlebussen, für je 13 Gäste durch den lichten Buschwald und das trockene Flussbett des Cobbold Rivers. Vor zwei Monaten führte der sehr breite Fluss noch zur Hälfte Wasser, jetzt im September lässt sich der ausgetrocknete Fluss problemlos mit dem Bus durchqueren. In einer großen Scheune aus Wellblech finden alle drei Busse Platz Ein kurzes Briefing über den Ablauf der weiteren Tour und ein paar Erläuterungen zur Entstehung der Schlucht stehen an. Zwei der drei Gruppen besteigen die beiden bereitliegenden Boote, die dritte Gruppe startet mit dem Bushwalk und wechselt später aufs Boot. Beide Aluminiumboote besitzen zwei parallel angeordnete, feste Rümpfe die durch eine Plattform mit Sitzbänken verbunden und mit je zwei leisen Elektromotoren ausgestattet sind, so dass der Bootsführer am sehr engen Ende der Schlucht, das Boot nicht wenden, sondern nur zu seinen Steuerplatz auf die gegenübeliegende Seite wechseln muss.
Die Gorge ist meist sehr eng, so dass es für die beiden Aluboote, als sie sich begegnen, eine ganz knappe Angelgenheit ist aneinander vorbei zukommen. Die Schlucht ist stellenweise neun Meter tief und hatte in der letzten Regenzeit 6 Meter über dem aktuellen Wasserstand.
Am Ausgangspunkt zurückgekehrt steht nun für uns die Rundwanderung an. Diese führt mit interessanten Erleuterungen diverser Pflanzen zur Glasbodenbrücke, die die Cobbold Gorge überspannt. Um die Glasoberfläche nicht zu sehr zu verkratzen, erhalten alle Teilnehmer vor dem Überqueren Überschuhe aus hellblauer Plastikfolie. Über eine zweite, etwas kleinere Brücke flussabwärts wird die Scheune mit den geparkten Suttles erreicht.
Karumba
Zurück geht es auf der staubigen Piste, die auch von Road-Trains, das sind 53 Meter langen Megatrucks mit drei langen Anhängern – davon es gibt auch Versionen mit vier Anhängern, genutzt. Um diese überholen zu können, wird der UHF Channel 40 für die Kommunikation mit dem Fahrer des Road Trains dringend empfohlen. Da die Straßen nicht breit genug für zwei Fahrzeuge sind, muss der Kleinere halt auf das ca. 80-100 cm breite Sandbett ausweichen. Weiter sollte man nicht ausweichen, denn die unter der Straße durchführenden Rohre, die in der Regenzeit das Wasser der aktuell trockenen Creeks kanalisieren, sind nur im o.g. Abstand zur Teerdecke eingebaut. Es ist wie im Tierreich – der Stärkere hat bzw. nimmt sich die Vorfahrt.


Das nordwestlich liegende und 456 Kilometer weit entfernte Ziel, ist Karumba. Hier gibt es den beliebten Kult-Biergarten am Sunset Point, den alle Besucher des Ortes mindestens einmal oder gar täglich aufsuchen. Der Ausschank als auch die Essenausgabe sind professionall auf den großen Andrang wie in einem Münchner Biergarten eingespielt. Hier treffen wir Kathi und Philipp, mit denen wir natürlich gemeinsam am Campingplatz stehen, nach Cairns das erste Mal wieder. Auch ihre australischen Reisebekannten, Steve und seine Frau aus Adelaide sind mit von der Partie.

Norseman
In Norseman wurde das größte Salzwasserkrokodil, welches in Australien jemals erlegte wurde, in Originalgröße und einer Länge von 8.63 Metern nachgebildet. Die Ausmaße sind wirklich erschütternd wenn man davor steht. Eine Faustregel besagt, dass Krokodile gleich ihrer Körperlänge springen können. Daher gilt ab Cape Tribulation, d.h. nördlich des Daintree Rivers, die goldene Regel einen Mindestabstand von 5 Meter zum Meeresufer sowie Flussrand einzuhalten. Salties sind für ihre Agressivität gefürchtet, denn es sind jedes Jahr Todesfälle zu beklagen.
Planänderung
Nach den erholsamen Tagen in Karumba brechen wir zur Fahrt ins Outback nach Alice Springs auf. Eigentlich wollten wir über den Savanna Highway in das nördliche Oueensland und von dort in die Northern Territory, aber wir bekommen auch nach wochenlangen Bemühungen keine Weiterverschiffung unseres Wohnmobils nach Panama wie geplant. Neben Seabridge haben wir noch einige andere Agenturen sowohl in Australien als auch in Deutschland sowie die australische Vertretung der Reederei Wallanius zur Verschiffung nach Mittelamerika angeschrieben, leider auch mit Högh Lines vergeblich. Nach Erhalt des Rückfahrangebots von Seabridge am 12. Oktober finde ich auf der Wallenius Website eine Verschiffungsmöglichkeit für den 18. November von Perth via Singapur nach Deutschland. Wenn wir das wählen, müssen wir jetzt unsere bisherig vorgesehene Route mit Ziel Port Kembla bei Sydney, also im Osten Australiens, in das neue Fährziel Fremantle bei Perth in Westaustralien ändern. Somit macht es keinen Sinn jetzt auf dem Savanna Highway in Norden zu fahren. Wir disponieren um und fahren zunächst via Alice Springs in den Kings Canyon und zum Uluru. Von dort über Darvin im Nordern Australiens und Broome nach Western Australia. Das sind reine Strecke, d.h. ohne Umwege und Ausflüge, ca. 8000 Kilomenter. Dafür haben wir zweieinhalb Monate Zeit, sofern das Carnet de Passage auf unseren Antrag hin verlängert wird. Wenn nicht müssen wir uns etwas mehr beeilen um das Auto rechtzeitig in Perth im Zollhafen abzuliefern,
Auf zum Stuart Highway
Am frühen Nachmittag des Samstags ist es entschieden, dass wir auf den Savanna Way nach dieser Entscheidung verzichten und brechen in das 1735 Kilometer entfernten Alice Springs auf.
Die Spritpreise klettern unaufhaltsam aber es gibt auf den langen Strecken im Outback und den spritfressenden rauhen Teerdecken keine Alternativen oder Auswahlmöglichkeiten zwischen verschiedenen Tankstellen. Die Harleys an der Tankstelle des Roadhouses sehen zwar super aus, brauchen auch weniger Sprit als unser Fahrzeug, aber wir ziehen den Camper mit seinen gut gepolsterten Sitzen von Nobis resp. König und einer Klimaanlage einem Motorrad deutlich vor.
Die weit auseinandlerliegenden Roadhouses sind die einzige Versorgungsmöglichkeit auf dem Highway für Essen, Trinken, Treibstoff und meist Internet. Zum Glück gibt es aber für die Übernachtung abwechslungsreiche Stellmöglichkeiten, wie heute an einem Damm. Der Platz ist ganz offiziell als freier Stellplatz ausgewiesen und für Übernachtungen als auch Wassersport gut geeignet.
Im Laufe des Sonntags erreichen wir den Stuart Highway, das Gateway ins Outback. Bis zum Sonnenuntergang kommen wir gerade rechtzeitig zu den Devils Marbles, die nahe des Highways liegen und im nächsten Blog beschrieben werden.












































































