Von Exmouth südwärts
Von Exmouth südwärts

Von Exmouth südwärts

Die letzte große Etappe in Australien beginnt. Denn nun führt die Route in den nächsten verbleibenden zwei Wochen vom westlichsten Punkt unserer Reise in den Süden bis nach Fremantle wo die Reise vor einem Jahr Anfang November begann. Dort wird der Camper zur Unterbringung in einem Storage und der hoffentlich baldigenVerschiffung an die Shipping Agency von Anthony in Fremantle übergeben. Ein Schiff wird kommen, wann auch immer und Anthony veranlasst der Transport vom Storage auf einem Tieflader in den Hafen und erledigt alle Zoll- sowie Hafenformalitäten.

Exmouth und Ningaloo Reef

Die Strecke von Eighty Mile Beach nach Exmouth ist eintönig flach und wenig abwechslungsreich. Viele Roadtrains begegnen uns auf der für seine Eisenerz Minen bekannten Gegend. Schier unendlich lange Güterwagons mit einer Länge von 2,4 Kilometer, warten auf Abfertigung, so wie wir auf ein Ende der langen Strecke. Fahren und tanken so oft es möglich ist, denn nicht alle Roadhouses haben geöffnet. Noch ist der 20 Liter fassende Reservekanister gefüllt, reicht aber bei aktuellem Spriftverbrauch von 16-18 Ltr. auch nicht wirklich weit. Kakadus an den Rast- und Tankstellen sind wenigstens eine Abwechslung im Einerlei des Fahrtages. Nach anstrengenden 1050 Kilometern, die wir mit viel Gegenwind auf dem Highway im Norden Westaustralien an einem Tag zurück legen, ist Exmouth nun fast erreicht.

Nur noch 60 Kilometer trennen uns von der Stadt ganz oben im Nordwesten Australiens, als wir einen Rastplatz für den Sunset und die Übernachtung ansteuern. Das bekannte Exmouth stellt sich bei weitem nicht so gemütlich wie Broome heraus. Es hat zumindest eine Bakery, zwei IGA Supermärkte und das sehr gute Whalers Restaurant, was wir zusammen mit unseren schweizer Reisefreunden an einem der nächsten Abende aufsuchen.

Die abgelegene Region auf der Exmouth-Halbinsel bietet aufgrund minimaler Lichtverschmutzung und freier Funkfrequenzen ideale Bedingungen für die Weltraumüberwachung, wie die Verfolgung von Satelliten sowie die militärische Kommunikation. Exmouth in Western Australia ist ein weltweit strategisch bedeutender Knotenpunkt. Ein Militärstützpunkt mit großem Flugfeld befindet sich unweit der Radarstation mit zahlreichen Satelitenschüsseln und sehr hohen Antennenmasten, wie wir sie von Langweid bei Augsburg kennen. Die beiden Emus auf der Landstraße nach Exmouth sind die einzigen Tiere die weit und breit zu sehen sind.

Nach dem Einkauf in Exmouth frühstücken wir am Bundegi Beach, an der Ostseite des Kaps liegend und verbringen im Anschluss den restlichen Tag dort. Der Strand ist nicht weit von der Stadt entfernt, bietet aber keinen so feinsandigen, weißen Sand wie es ihn an der Turquoise Bay gibt. Wie immer ist das Bessere ist des Guten Feind, denn an anderen Orten wären wir glücklich gewesen so einen Strand zu finden. Exmouth gilt als die heimliche Hauptstadt der Prawns, was der Ort mit einer übergroßen Garnele demonstriert. Erstaunlicherweise gibt es nur ein Fischgeschäft im Ort bei dem die frischen, sehr großen Garnelen zu kaufen sind. Am nächsten Abend werden die leckeren Garnelen auf dem Campingplatz gemeinsam mit Kathi und Philip zubereitet. Eine Flasche neuseeländischer Sauvignon Blanc gehört natürlich auch dazu.

Ningaloo Reef

Wir entdecken die Schönheit des zum UNESCO-Weltnaturerbe gehörenden Ningaloo Reefs an der Turquoise Bay. Das Riff ist der bekannteste und schönste Strand zum Schnorcheln. Es gilt als das größte Saumriff der Welt, das hier direkt vor der Küste des Cape Range Nationalparks liegt. Die 70 Kilometer von Exmouth entfernte Turquoise Bay erfüllt alle Erwartungen an einen so bekannten Strand mit traumhaft weißen Sandstränden und ultraklarem Wasser. Leider ist die Zeit der Walhai Beobachtung schon zu Ende, so dass es keine weiteren Schnorchelausflüge per Boot in dieser Saison mehr gibt. 

Turquoise Bay

Trotz dieser herausragenden Merkmale der Turquoise Bay, verteilen sich die Badegäste über den weitläufigen Strand. Zwei Tage gönnen wir uns das Vergnügen und nehmen die 45 minütige Strecke dafür in Kauf. Die vom Parkplatz aus gesehen rechte Strandseite liegt geschützt in einer etwas zurückgesetzten Bucht und bietet somit Schutz vor Wind. Die linke Seite des Strands hat dafür eine leichte, aber zum Ausgang aufs Meer hin zunehmende Strömung, die Schwimmer und Schnorchler innerhalb des schützenden Riffs mit sich zieht. Das, und die viel größere Anzahl von Fischen die Unterwasser zu sehen sind, machen diese linke Strandseite trotz stärkerem Wind zu unserem Favoriten. Wir können sofort vom Strand aus los schnorcheln und müssen nicht aufwendig Touren buchen. An beiden Stränden wird rasch das elastische Sonnensegel aufgebaut, dass sich als äußerst windstabil erweist.

Coral Bay

Nur 139 Kilometer südlich von Exmouth liegt Coral Bay, ein kleiner touristischer Ort am Indischen Ozean. Mit seinen weißen Sandstränden und dem türkisfarbenen Wasser ist es eine perfekte Fortsetzung der faszinierenden Turquoise Bay. Nach einem kurzem Spaziergang gibt es Frühstück mit Blick auf diese Bucht. Bei Ebbe liegen viele Jellyfish am Strand, was nicht wirklich zum Schwimmen einladend ist. Nachdem die Flut in kurzer Zeit den flachen Strand schnell wieder in Beschlag nimmt, schwimmen zwar einige der Quallen munter umher, was mich nicht abhält ins Wasser zu gehen. Ich beobachte halt genau wohin ich schwimme und achte darauf keinen der Jellyfish zu berühren und hoffe auch den meist nicht sichtbaren, langen Tentakeln mit den mikroskopisch kleinen Nesselzellen zu entgehen.

14 Mile Beach

Am campsite des 14 Mile Beach haben wir uns gerade noch rechtzeitig einen Platz, die Site No. 5, direkt am Meer reserviert. Die Zufahrt soll angeblich übel und tiefsandig sein. Sie stellt sich als bei weitem nicht so schlimm wie vermutet herraus. Mit Reduktion des Reifendrucks kommt man über die Wellblechpiste ganz gut hinweg und die dazwischen liegenden Auswaschungen vor und nach großen Steinen im Fahrweg lassen sich sanft durch- bzw. umfahren. Belohnt wird man mit einem Bilderbuch Stellpaltz vor schneeweißen Dünen mit Blick auf den Indischen Ozean.

Das sind leider die letzten Bilder meiner Drohne, die sich hier an diesem Strand völlig unerwartet von mir getrennt hat. Nur 340 Meter von mir entfernt fliegt sie in niedriger Höhe als der Funkkontakt zur Steuerung abbricht und auch nicht wieder herstellbar ist. Die Drohne dreht ab und fliegt ohne Steuerung meinerseits aufs Meer hinaus. Urplötzlich taucht sie in Sichtweite auf, bremst ab und reagiert auf Steuersignale völlig unkontrolliert, d.h. die Signale werden zwar wahrgenommen aber nicht in korrekte Flugsteuerungen umgesetzt. Dann verschwindet die DJI wiederum, um nach gefühlt 10-15 Minuten bis auf ca. 50-70 Meter an den Strand zurück zu kehren. Vielleich waren es die mehrfachen Versuchen mit dem Home Button die Drohne an den Strand zurück zu lockten, ich weiß es nicht. Sie fliegt erstaunlicherweise noch immer, reagiert aber auf Steuerversuche nur wirr, d.h. mal hoch oder runter egal welches Steuersignal ich gebe – aber nie vorwärts zum Ufer hin, bis sie plötzlich langsam in einem großen Bogen aufs offene Meer hinaus abdreht und verschwindet.

Wie geht es weiter

Wir wissen noch immer nicht, ob die Reise zurück nach Deutschland oder weiter nach Panama geht. Inzwischen sind zwar Fahrpläne der Reederei Wallenius im Internet veröffentlicht und wir stehen auf zwei möglichen Rück- bzw. Weiterreiserouten, eine via Singapur nach Bremerhaven und die andere nach Manzanillo in Panama, bislang nur auf Warteliste. Auf Grund der aktuellen Niedrigwasser Situation in Panama ist es nicht klar wieviele RoRo Vessels von Wallenius die Fahrrinne in Panama passieren dürfen. Diese Situation in Panama stört momentan, neben der blockierten Straße von Hormus, den weltweiten reibungslosen Güterverkehr auf den Weltmeeren. Containerschiffe und Öltanker werden von den Behörden in Panama gegenüber Autotransportern bevorzugt abgefertigt. Von der zur Verfügung stehenden Kapazität für Wallenius ist es abhängig ob überhaupt und wann wir einen Platz zur Rück- bzw. Weiterreise bekommen. Denn auch die Variante nach Bremerhaven über Singapur endet erstmal in Singapur ohne Kenntnis wann es von dort weiter gehen wird.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert