Van Diemens Land hieß das Land von 1642 bis 1855 aus der südlichste Bundesstaat Australiens als Tasmanien hervorging

Cradle Mountain NP
Noch bevor wir am Spätnachmittag den Nationalpark erreichen, suchen wir einen Platz zum Übernachten. Bereits nach wenigen Metern weg von der Hauptstraße die in den Park führt, tut es ein netter Fleck nber der Graval Road auf, so dass wir erst gar nicht bis zum angedachten Campground aus WikiCamps, weiterfahren. Von dem Platz, der etwas erhöht liegt, hat man eine gute Aussicht auf die umliegenden Berge und Wälder. Am nächsten Morgen wabern tiefliegender Morgennebel in den Senken und gebt beste Fotomotive ab. Da bin sogar ich mal flott aus den Federn.

Der Cradle Mountain ist ein 1545 Meter hoher Berg im zentralen Hochland Tasmaniens. Die beliebte Wandergegend ist gut erschlossen und die Organisatoren sind auf die Besuchermassen mit großem Parkplatz und Visitor Center gut vorbereitet. Bevor der Shuttle Bus die Besucher in zwanzig Minuten zum Bergsee bringt, gibt es beim Kauf des Bustickets eine gute Beratung über die zahlreichen Wandermöglichkeiten.
Lake Dove
Am Dove Lake angekommen verteilen sich die Wanderer rasch und wir stehen zunächst völlig platt vor der gewaltigen Bergkulisse und dem malerischen See. Wir waren zu unserem Glück nicht mit Fotos oder Bildbänden etc. auf diese grandiose Landschaft vorbereitet, daher wirkt das Panorama um so gewaltiger. Die nächsten zweieinhalb Stunden wandern wir entlang des Sees, z.T. auf Boardwalks, d.h. auf mit Maschedrahtzaun belegten Brettern oder auf Wald- bzw. Felsboden. Das Drahtgitter ist bei Regen und Nässe eine hervorragende Sache, denn nasses Holz ist bekanntlich sehr rutschig. An einigen flachen Uferstellen kann wer mag, die heiß gelaufenen Füße im Bergsee kühlen. Der Weg schlängelt sich mal rauf mal runter zwischen tropischen Pflanzen und bietet immer wieder eine Rastmöglichkeit.

Tiger Snake
Am Bootshaus, nahe dem Endpunkt der Wanderstecke sammeln sich dann doch wieder viele Menschen, die auf dem Weg gut verteilt waren und somit gar auffielen. Das Ereignis das alle hier aufschreckt, ist eine tiefschwarze und äußerst giftige Tiger Snake, die sich zunächst im Gebüsch neben der Hütte versteckt, aber im Verlauf der Jagd nach einem Frosch an Bootshütte Schutz vor den Leuten sucht. Der Frosch hatte hat hier seinem letzten Auftritt vor einigen Zuschauern, denn nach kurzer Zeit zeugte nur noch ein dicker Schlangenhals von seinem Dasein.

Echidna und Wombats
Nach dem Rundgang um den Lake Dove haben wir noch immer kein Wombat zu Gesicht bekommen. Kurzerhand erkundigen wir uns bei dem freundlichen Beratern im Visitor Center. Natürlich haben Wombats ihre bevorzugte Grasungsplätze und die sind am Ronny Creek zu finden. Also trotz müder Füße wieder in den Shuttlebus und die zwei Stationen zurück in Richtung See. Zunächst macht ein Ameisenigel auf sich aufmerksam und auf dem Boardwalk Richtung Lila Lake sehen wir endlich die langgesuchten Wombats. Sie graben regelrechte Highways in die Botanik, da sie ihre Schnauze wohl nie vom Boden nehmen.

Bluff Hill Point und Arthur River
Dort wo der Arthur-Fluss in den Ozean mündet, liegt der Bluff Hill Point nur wenige Hundert Meter entfernt. Er ist ein bekannter Aussichtspunkt am Küstenabschnitt unweit von Marrawah, der westlichsten Siedlung Tasmaniens. Wir haben Glück, denn heute scheint die Sonne und der Wind ist angenehm. Meist hat es hier ganz andere Witterungsverhältnisse, dann bestimmen die Roaring Forties und hohe Wellen das Wetter, wie man unschwer an den vielen angespülten Baumstämmen erkennen kann.
Edge of the World
Das Edge of the World genannte Gebiet ist ein nationales Schutzgebiet nahe der Mündung des Arthur Rivers. Eine Gedenktafel zitiert ein Gedicht des Tourismuspioniers Brian Inder, das diesen Ort als das Ende der Welt bezeichnet, da hier die raue Nordwestküste nahe des Arthur Rivers ihre wilde Schönheit zeigt. Der weite Blick über den Ozean erstreckt sich über 15.000 km ununterbrochenes Wasser bis nach Argentinien.

Trowuutta Arch
Das absolute Highlight des ca. 70 Kilometer langen Tarkine Drives ist die Naturbrücke „Trowuutta Arch“. Ein gepflegter Weg führt durch einen Märchenwald mit bemoosten und am Boden liegenden Baumstämmen und Farnen. Langsam nähern wir uns einer dunklen Felswand, bis eine halbrunde Öffnung in der Felsbrücke den Blick auf einen kleinen giftgrünen Tümpel freigibt. Der Zugang als auch weitere Durchgänge sind gesäumt von Farnbäumen. Vorsichtig, um nicht auszurutschen bewegen wir uns an den umherliegenden Felsen vorbei, da es auf dem schwarzen, staubigen Boden keinen Halt und auch keine Absicherung gibt. Im Fall des Falles würde man in dieser Giftbrühe von unbekannter Tiefe landen was keine wirklich angenehme Vorstellung ist.
Wir erreichen dieses wunderbare Stück Natur am Abend. Nichts stört die friedliche Ruhe, so dass man den ungewöhnlichen Anblick geradezu in sich aufsaugen kann. Auf dem Rückweg raschelt es neben uns ganz leise, denn zwei Wallabys knabbern auf der Suche nach fressbarem an allem was am Boden zu finden ist.
Stanley and The Nut
Stanley verdankt seinen Namen der ungewöhnlichen Geländeformation, die als „The Nut“ bekannt ist. Es bezeichnet einen erstarrten Lavasee eines längst erloschenen Vulkans. The Nut kann über einen steilen Wanderpfad oder sehr bequem mittels eines Sessellifts erreicht werden. Bei dem heutigen wolkenverhangenen Wetter ist beides keine lohnende Option, so dass uns ein kurzer Aufenthalt im Ort ausreicht. Bei der Skulptur inmitten einer Grünfläche im Ort zeigt Christus und ist mit aufwendigen prähistorischen keltischen Knotenmustern verziert.
Im Jahr 1936 konnte dank eines Seekabels für den Fernsprechverkehr von Apollo Bay nach Stanley das erste Telefon vom Festland nach Tasmanien installiert werden.
Rückfahrt von Devenport
Um wieder zurück ans Mainland nach Geelong zu kommen muss die Autofähre mit uns an Bord die Bass Strait kreuzen. Die Bass Strait ist eine Meerenge, die Tasmanien vom australischen Festland trennt. Eine Überfahrt von oder zum Festland ist wegen der berüchtigten Roaring Forties bei weitem nicht so ruhig wie wir es von unseren Mittelmeerfahrt gewöhnt sind. Die ‚Roaring Forties‘ bezeichnen das ganze Jahr über wehende, starke Westwinde zwischen dem 40. und 50. Grad südlicher Breite, die der Küste und insbesondere dem Schiffsverkehr ganz schön zu setzen. Der letzte Abend in Devenport beschert uns noch einen tollen Sonnenuntergang bevor morgen frühzeitig 6:30 Uhr zur Fähre nur 500 Meter neben dem Campground geht. Denn die Spirit of Tasmania legt auch schon mal früher ab als der Fahrplan vorgibt, wie wir von der Herfahrt wissen. Die Überfahrt sollte auch etwas unruhiger werden, so dass der Bordarzt Christine Tabletten gegen Seekrankheit geben musste. Mit weißen Gesicht hielt ich die Stellung denn Christine begab sich in den Ruheraum.


































































